Zitate aus dem ÖFB TV-Talk „Sportart trifft Wissenschaft“ mit Dr. Leo Windtner und Prof. Dr. Josef Penninger

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Unter dem Motto „Sport trifft Wissenschaft“ kam es auf ÖFB TV zu einem Spitzengespräch zwischen ÖFB-Präsident Dr. Leo Windtner und dem renommierten Genetiker Prof. Dr. Josef Penninger, der als Direktor des Life Sciences Institute an der University of British Columbia unter Hochdruck an einem vielversprechenden Medikament gegen Covid-19 forscht.

Diskutiert wurden über die aktuelle Situation im österreichischen Fußball im Angesicht der Pandemie sowie Perspektiven und konstruktive Lösungsansätze, wie ein Wiedereinstieg in den Breitenfußball gelingen kann.

Auch VereinsvertreterInnen, Aktive und Medien hatten die Möglichkeit, ihre Fragen an die beiden hochkarätigen Diskussionsgäste zu stellen – und beteiligten sich rege.

Alle Beteiligten waren sich einig: Sport und Bewegung sind sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch für Erwachsene unerlässlich!

Die wichtigsten Zitate:
Leo Windtner über Josef Penninger:

„Es ist ein tolles Backup, wenn uns mit Prof. Dr. Josef Penninger einer der renommiertesten Wissenschafter des Landes zum Thema Sport in dieser schwierigen Pandemie zur Seite steht. Gerade seine Expertise hat immer Gehör gefunden, das wird uns in unseren Verhandlungen mit den politisch verantwortlichen Partnern, aber auch in der gesamten Öffentlichkeit helfen, dass der Ball endlich wieder quer durch unser Land zum Rollen kommt, und zwar von ganz oben bis hin zum Nachwuchs- und Amateurbereich.“

Josef Penninger über die Bedeutung von Sport in der Pandemie:
„Ich bin selbst ein leidenschaftlicher Fußballer und weiß, wie wichtig Sport für die eigene Entwicklung und die vieler, vieler Leute ist. Bewegung ist ganz essentiell, das sagt uns auch die moderne Wissenschaft. Sport hat fundamentale Auswirkungen auf unser Gehirn, den Körper und das Wohlbefinden.“

Leo Windtner über die aktuelle Situation:
„Wir haben im Fußball denke ich im letzten Jahr wirklich ein gutes Role Model abgegeben, indem wir mit den Verantwortlichen sehr gute Konditionen und Konzepte erarbeitet haben. Damit ist eine Vertrauensbasis entstanden. Im Herbst wurde dann eine gewisse Euphorie entfacht, als nicht nur „oben“, sondern auch an der Basis im Amateur- und Nachwuchsbereich wieder die Fenster aufgegangen sind. Wir haben eine Herbstmeisterschaft gespielt, die sich sehen lassen kann. Nicht nur sportlich, sondern vor allem auch was die Einhaltung der Maßnahmen der Pandemie betrifft. Wir haben bis Allerheiligen rund drei Viertel aller Meisterschaftsspiele 2020 durchgebracht.“

Leo Windtner über Ansteckungen beim Sport:
„Der Statistik der AGES kann man entnehmen, dass nur 0,67 % an Clusterbildungen dem Sport zuordenbar sind. Das zeigt, dass Sport auch in der schwierigen Situation der Pandemie letztlich ausübbar ist, wenn entsprechende Richtlinien und Präventionskonzepte vorliegen und wenn die Bereitschaft der – meist ehrenamtlichen – Verantwortlichen gegeben ist, das konsequent durchzuziehen. Der Fußball hat diesen Nachweis geliefert.“

„Man kann vor den Vereinsverantwortlichen nur den Hut ziehen, wie sie das im Herbst durchgezogen haben. Jetzt brauchen wir aber eine Perspektive, wie es weitergehen kann. Ansonsten tritt schön langsam das Problem auf, dass die ersten hinschmeißen und auch die Kinder und Jugendlichen den Weg zum Fußball nicht mehr finden.“

Josef Penninger über die gesetzten Maßnahmen:
„Ich habe im Vorfeld gehört, wie toll die ‚Bubbles‘ gemacht wurden und wieviele Spiele schon ohne Ansteckungen über die Bühne gegangen sind. Da gibt es gute Daten, dass der Sport, wenn es unter gewissen Auflagen abläuft, relativ sicher ist. Der ÖFB hat im Fußballbereich wirklich gute Arbeit geleistet.“

Leo Windtner über das zentrale Anliegen des Fußballs:
„Eine an die Öffnung der Schulen gekoppelte schrittweise Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs unter den gebotenen Sicherheitsauflagen ist eine zentrale Forderung des Fußballs, um nicht einen Totalschaden im Nachwuchs- und Amateurbereich herbeizuführen.“

Leo Windtner über Maßnahmen zum Wiedereinstieg:
„Der Ansatz, den wir verfolgen, sind Präventionskonzepte, klare Auflagen, die einzuhalten sind. Regelmäßige Testungen sind hier natürlich der Schlüssel. Wir haben uns auch mit allen Teamsportverbänden Österreichs zusammengeschlossen, um hier eine gemeinsame Vorgangsweise einzuschlagen. Mit dem Öffnen der Schulen sehen wir die Chance, dass auch der Sport wieder starten kann.“

„Der Schlüssel zur Öffnung der Schulen sind die Testungen. Hier können sich Synergien mit dem Sport ergeben. Der Fußball kann hier auch eine Hebelwirkung und Vorbildwirkung entwickeln für eine erhöhte Bereitschaft zum Testen.“

Josef Penninger über die Gefahr von Kollateralschäden:
„Die jetzige Situation birgt die Gefahr von Kollateralschäden für unsere Gesundheit und Psyche. Das darf man nicht unterschätzen und es ist wichtig, dass man das nicht vergisst.“

Josef Penninger über die Perspektive:
„Das Virus wird uns bleiben, es wird wahrscheinlich so werden wie die Grippe. Wir haben Impfstoffe und es wird bald hoffentlich auch ein Repertoire an Medikamenten geben, ich hoffe darunter auch das von uns entwickelte. Das wissen wir in den kommenden Wochen. Wenn jemand krank wird, kann man etwas dagegen tun. Das ist ganz wichtig, um die Angst zu nehmen. Ich bin sehr guter Hoffnung, dass uns das in Kombination mit Testungen und weiteren Maßnahmen ein relativ normales Leben ermöglicht.“

„Die Wissenschaft hat dazu beigetragen, dass wir das Virus verstehen und etwas dagegen unternehmen können. Es wurden in Rekordzeit Impfungen, Medikamente und Testungen entwickelt.“

„Die kleinen Vereine sind für das soziale Leben sehr wichtig. Es ist essentiell, dass dieser Bereich unter vernünftigen Auflagen wieder starten kann. Mein Wunsch ist, dass ich mit meinen Freunden am Samstagvormittag unter sicheren Bedingungen wieder Fußball spielen kann.“

Der gesamte Talk kann auf www.oefb.tv nachgesehen werden.

Presseinfo ÖFB

02.02.2021

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