Wünschen uff 2022: Widerwille positiver Marktnachrichten: Warum Ganja-Aktien 2021 enttuschten | Nachricht

Aktien in diesem Artikel

Cannabis-Aktien im Visier von WallStreetBets

Kursrckschlge im Jahresverlauf
M&A-Aktivitten ohne positive Kurseffekte

Ein Blick auf die Brsenkursentwicklung der grten Player am Cannabis-Markt zeigt ein ernchterndes Bild: Whrend groe Unternehmen wie Tilray, Canopy Growth, Green Thumb Industries und Aurora Cannabis im frhen Jahresverlauf noch krftig zulegen konnten, ging es in den Folgemonaten teils krftig abwrts. Dabei war es insbesondere die WallStreetBets-Bewegung, die Titel wie GameStop zu “Meme-Aktien” machte und auch Cannabis-Aktien im Februar auf neue Kurshhen trieb. Dass sich die grten Cannabis-Aktien von ihren Hchststnden in diesem Jahr aber inzwischen meilenweit entfernt zeigen, war nicht nur der Reddit-Community zu schulden, die im Nachgang der deutlichen Kursaufschlge Kasse machte.

Groer Legalisierungsdurchbruch in den USA bleibt aus

Einer der grten Faktoren fr die Kursabschlge bei Canopy & Co. drften wohl enttuschte Erwartungen an die Politik sein. Insbesondere fr den US-amerikanischen Markt hatten sich US-Pot-Konzerne und kanadische Player mit Expansionsplnen mehr Bewegung im Hinblick auf Legalisierungsmanahmen erhofft. Immerhin hatten die US-Demokraten zum Jahresstart noch versprochen, die Pflanze auf Bundesebene entkriminalisieren zu wollen. Stattdessen herrscht in den Vereinigten Staaten nach wie vor ein Flickenteppich mit unterschiedlichen Regelungen von Bundesstaat zu Bundesstaat. Whrend einige Bundesstaaten und die Hauptstadt Washington Cannabis bereits legalisiert haben, ist der Freizeitkonsum in anderen Regionen weiter illegal. “Investoren sind Anfang des Jahres aufgetaucht, weil sie schnellere Fortschritte bei der Legalisierung erwarteten und gingen, weil sie enttuscht wurden”, zitiert “MarketWatch” Alan Brochstein, Grnder von 420 Investor and New Cannabis Ventures.

Legalisierung in Deutschland nicht zwangslufig kurstreibend

In Deutschland sind die Bemhungen um eine einheitliche Cannabis-Legalisierung unterdessen bereits weiter fortgeschritten. Hier wird die “kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken” kommen, wie aus dem Koalitionsvertrag der neuen Ampelregierung hervor geht. Doch ein Blick auf den kanadischen Tilray-Konzern, einen der grten Nutznieer dieser Manahme, der sich hierzulande bereits eine starke Marktposition erwirtschaftet hat, zeigt, dass die Brsenkurse von Cannabis-Unternehmen nicht zwangslufig von den Entwicklungen profitieren knnen. Lediglich die Aktie des deutschen SynBiotic-Konzerns zeigt eine deutlich positive Kursreaktion auf die geplante Cannabis-Legalisierung in Deutschland.

Fusionen treiben Aktien nur zeitweise an

Geprgt war das Jahr 2021 zudem von einer Fusions- und bernahmewelle, die aber ebenfalls keine dauerhaft positiven Kursentwicklungen bei Cannabis-Aktien mit sich bringen konnte. Allen voran war es der Zusammenschluss der beiden Branchengren Tilray und Aphria, in den Investoren groe Hoffnungen gesetzt hatten. Doch die Corona-Krise bremste das Geschft des neuen Tilray-Konzerns aus, die Schlieung von Einzelhandelsgeschften verstrkte das berangebot von Cannabis-Produkten, insbesondere auf dem kanadischen Heimatmarkt. Die Hoffnung, dass die Fusion Tilray zur Profitabilitt fhren knnte, scheint in weitere Ferne gerckt, wie auch ein Blick auf die jngste Quartalsbilanz zeigt: Der Umsatz lag im dritten Quartal mit 168 Millionen US-Dollar unter den Erwartungen, je Aktie fiel ein Verlust von 0,08 US-Dollar an. Die Tilray-Aktie, die im WallStreetBet-Hype im Februar noch auf 67 US-Dollar geklettert war und im Mai nach abgeschlossener Fusion ebenfalls zunchst positiv performte, strzte im Tief im Dezember bis auf 7,32 US-Dollar ab.

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Wenig beeindruckt zeigte sich 2021 auch die Canopy Growth-Aktie, nachdem die Kanadier die bernahme von Supreme Cannabis bekannt gegeben hatten. Seit dem Kurshoch im Februar, das bei 56,49 US-Dollar lag, ist die Aktie auf unter 10 US-Dollar abgestrzt.

Unter den Erwartungen blieb ebenfalls die Aktienkursentwicklung von Jazz Pharmaceuticals, nachdem die Iren die 7,2 Milliarden US-Dollar schwere bernahme von GW Pharmaceuticals bekannt gegeben hatten. Die Briten hatten unter anderem mit ihrem Cannabis-Medikament gegen Epilepsie Begehrlichkeiten bei Jazz Pharmaceuticals geweckt, die Brse dankte dem Unternehmen diesen Milliardendeal aber nicht: Zwischenzeitliche Kursgewinne sind nicht nur komplett verpufft, sondern die Aktie hat auf Jahressicht sogar ein deutliches Minus vorzuweisen.

Auch eine Reihe kleinerer Zukufe, wie etwa der Erwerb von Redecan durch HEXO im Sommer oder der Kauf von Harvest Health & Recreation durch Trulieve Cannabis im Herbst brachte am Markt keine dauerhaft positiven Effekte mit sich.

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Weitere Marktaussichten fr Cannabis-Unternehmen

Whrend 2021 trotz positiver Marktentwicklungen wie Legalisierungsbemhungen in vielen Lndern und einer starken Prgung durch Fusionen und bernahmen fr Cannabis-Anleger eher ein enttuschendes Jahr war, sehen Experten die Aussichten fr die Branche aber positiv. Das Cannabis-Marktforschungsunternehmen Prohibition Partners etwa sieht in ihrem “Global Cannabis Report” fr 2021 einen weltweiten Marktumsatz von 37,4 Milliarden US-Dollar, rechnet bis 2026 aber mit einem Anstieg bis auf 102 Milliarden US-Dollar. Dabei verweisen die Experten weiter auf die wichtigsten Cannabis-Mrkte der Welt, Kanada und die USA, sehen aber auch in internationalen Mrkten wie Deutschland, Israel und Australien erhebliches Entwicklungspotenzial fr die nchsten fnf Jahre.

Redaktion finanzen.net

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