Wo Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft neues Terrain erobern – Vorarlberger News

Auf dem Areal des Campus V in Dornbirn entsteht eine neue Einrichtung, die Impulse für die gesamte Region liefern soll.

Dornbirn Bildungseinrichtungen, Ein-Personen-Unternehmen, Agenturen, Architekturbüros und Kultureinrichtungen an einem Ort zu bündeln, ist im Prinzip nicht neu, die Ansiedlung von lokalen und überregionalen Unternehmen an einem Ort aber nicht passieren zu lassen, sondern sie professionell zu begleiten, um nicht zu sagen, zu kuratieren, darin liegt allerdings eine Chance, die die Stadt Dornbirn und das Land gemeinsam nutzen wollen. Der Fokus liegt einerseits auf dem Areal des Campus V, andererseits aber genau so intensiv auf der Kooperation mit weiteren Städten und Gemeinden. „Wir haben einen Plan, sind in Gesprächen mit der Stadt, Betrieben und Grundeigentümern“, bestätigt Wirtschaftslandesrat Marco Tittler im Gespräch mit den VN ein Vorhaben, das der Wirtschaft, der Kreativ- und der Kulturszene Impulse liefert. Man will ein Umfeld schaffen, das durch gezielte Zusammenarbeit Innovationen hervorbringt.

Die Konzepte liegen auf den Besprechungstischen vor der Ausarbeitung zur öffentlichen Bekanntgabe, die, so die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann, in den nächsten Wochen geplant ist.

Zentrum CampusVäre

Informationen aus Bereichen der Wirtschaft lassen den Schluss zu, dass das im Entstehen begriffene Zentrum CampusVäre, so der Arbeitstitel, am ehesten mit der Tabakfabrik in Linz zu vergleichen ist. Am ehemaligen Standort der Austria Tabakwerke, in einem denkmalgeschützten Bau, wurden Hunderte Arbeitsplätze geschaffen. Kreativwirtschaft, Industrie, Kunst, Architektur und technische Wissenschaften ergänzen einander. Strahlkraft zu entwickeln, diese Fähigkeit wird dem Vorhaben zugesprochen, wenn, wie Tittler meint, genau darauf geachtet wird, welche Ideenbringer mit welchen Unternehmen in Verbindung gebracht werden. In Vorarlberg gäbe es sehr gute Einrichtungen an aufgelassenen Industriestandorten, in Dornbirn erwarte man sich unter anderem auch durch die Nähe zu einer Hochschuleinrichtung das Potenzial, um Vernetzungen voranzutreiben.

Erarbeitete Strategien nutzen

Konkret geht es auch darum, jene Strategien zu nutzen, die im Zuge der gemeinsamen Bewerbung der Städte Dornbirn, Hohenems und Feldkirch sowie der Region Bregenzerwald um den Titel Europäische Kulturhauptstadt entworfen wurden. In diesem Prozess waren Experten aus verschiedenen Bereichen unter der Leitung von Kulturmanagerin Bettina Steindl eingebunden. Der gesamte Prozess, der über die Bewerbung hinaus das Ziel hatte, die Begleitung einer Gesellschaft im größten Transformationsprozess nach der Industrialisierung zu thematisieren, wurde dokumentiert und in einer Publikation zusammengefasst. Sie wird demnächst veröffentlicht. Dieses Vorhaben wird vom Bund finanziell unterstützt, weil man auch ohne Titel, wie Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer im Vorwort schreibt, an den Ideen und Visionen weiterarbeiten sollte.

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