Wo sind all die Wochenenden hin?

Statt wie vor ein paar Jahren von Freitag bis Sonntag in Action zu sein, hat Annika das Gefühl, immer weniger von ihrem Wochenende zu haben. Die Termine sind noch da, nur die Energie nicht.

Früher ging gefühlt an jedem Wochenende eine Party. Entweder man ist gemeinsam in einen Club gegangen oder jemand hat mutigerweise seine Pforten geöffnet und der Feiermeute Eintritt gewährt.

Neben der Party hatte man am Wochenende außerdem noch Zeit, das Zimmer aufzuräumen, die Familie zu besuchen, Freunde zu sehen, Sport zu machen, einen ausgedehnten Spaziergang durch den Wald zu unternehmen und und und.

Aus drei ereignisreichen Tagen wird einer

Irgendwie habe ich das Gefühl, die Wochenenden waren früher länger und konnten demnach auch mit mehr Unternehmungen gefüllt werden.

Jetzt ist es eher so, dass das Wochenende gefühlt nur noch aus einem Tag besteht. Da freitags noch ein normaler Wochentag ist, ist man häufig so im Eimer, dass die Couch viel verlockender als irgendein Club ist.

Ich meine, die Wahl zwischen draußen in der Kälte warten, viel Geld für Getränke ausgeben und tanzen, bis die Füße schmerzen, oder einfach auf der Couch einmummeln und nach 20 Minuten mühevoll ausgewähltem Netflix-Streifen selig zu entschlummern, fällt nicht mehr so schwer, wie früher. Und die Füße danken es einem!

Action am Samstag, Ruhe am Sonntag

Also bleibt noch der Samstag für Unternehmungen. Je nachdem, wie diese dann aussehen, wird der Sonntag ebenfalls beschnitten. Angenommen man rafft sich am zweiten Tag des Wochenendes nämlich tatsächlich zum Feiern auf, kann man davon ausgehen, dass der nächste Tag ähnlich oder schlimmer wie der Freitag sein und man komplett in den Seilen hängen wird.

Außerdem scheinen alle Freunde, die man früher einfach easy in seinen Alltag unterbringen konnte, ebenfalls schrecklich beschäftigt zu sein, sodass man Treffen inzwischen schon Monate im Voraus plant.

Und auf einmal guckt man auf den Kalender und die Wochenenden sind fast ebenso voll wie die Zeit unter der Woche. Verabredungen mit XY da, eine Taufe hier, Hochzeiten, Hochzeiten, Hochzeiten und siehe da, ein Baumarktbesuch! Und da hat man noch immer nicht das Zimmer aufgeräumt, die Familie besucht, Sport gemacht oder einen ausgedehnten Spaziergang unternommen.

Ganz zu schweigen davon, dass man auch dann nicht die Gelegenheit hat, mal hemmungslos auszuschlafen und gar nichts zu machen.

Besonderes Terminchaos zur Vorweihnachtszeit

Vielleicht werde ich älter. Vielleicht ist mein Leben anspruchsvoller geworden. Aber ich bin mir sicher, dass es vielen Menschen ähnlich geht.

Vor allem in der Zeit vor Weihnachten, in der man das Gefühl hat, die Wochenenden sind abgezählt und man versucht jede Weihnachtsfeier, jedes Adventsessen, jedes Schultreffen, jedes Plätzchenbacken und jeden Weihnachtsmarktbesuch noch irgendwie in diese begrenzte Zeit hineinzuzwängen.

Vielleicht ist die Lösung nicht, mehr mehr mehr, sondern weniger. Einfach mal weniger vornehmen. Die Familie Familie sein und die Freunde Freunde sein lassen. Alternativ fände ich einen weiteren Wochenendtag aber auch nicht schlecht!

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