Wissenschaftsdiplomaten zur Rettung jener Welt

Wissenschafter sollen nicht nur Fakten liefern, sondern sie den Leuten mehr erklären und mit Entscheidungsträgern in der Politik, Wirtschaft und anderen Organisationen zusammenarbeiten, um die brennenden Probleme der Menschheit wie die Covid-19 Pandemie und Klimakrise zu entschärfen, erklären in Österreich tätige Forscher im “Science and Diplomacy Journal”. Dazu müssten Forschungsinstitutionen die Aktivitäten solcher Wissenschaftsdiplomaten mehr honorieren, fordern sie.

Nicht nur Forschungsergebnisse tragen zur Rettung der Welt bei

Nicht nur Forschungsergebnisse tragen zur Rettung der Welt bei

Die Experten aus der Wissenschaft könnten nicht nur mit ihren Forschungsergebnissen zur Rettung der Welt beitragen, sondern sie haben auch Erfahrung darin, sich ständig neuen Herausforderungen zu stellen und international effektiv zusammenzuarbeiten, schrieben die Forscher um Guido Caniglia vom Konrad Lorenz Institut (KLI) in Klosterneuburg. Sogar in Zeiten globaler Konflikte wie dem Kalten Krieg von 1947 bis 1989 hätten sie sich weltweit ausgetauscht und für größere diplomatische Ziele kooperiert.

Benötigt wie nie zuvor

Heutzutage würden Wissenschaftsdiplomaten benötigt wie kaum zuvor. “Wir sind derzeit mitten in einer Phase radikalen Umschwungs, dem sogenannten Anthropozän, mit massiven Auswirkungen auf den Planeten und verschiedenen Nachhaltigkeits-Krisen”, erklärten sie. Dafür wären Wissenschafter gefragt, die im Umgang mit internationalen Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ebenso trainiert sind, wie mit Politikern und der lokalen Zivilgesellschaft, sagte Caniglia im Gespräch mit der APA.

Derzeit mangle es an solchen Kräften: “Am Anfang der Pandemie mussten die Biologen und Epidemiologen – o Schreck – auf einmal mit der Öffentlichkeit sprechen und niemand hatte eine Idee, wie er das machen soll”, erklärte er: “Wissenschaft und Gesellschaft sind wie durch eine Wand getrennt und einer muss Sachen wie Fakten und Fragen dem anderen auf der gegenüberliegenden Seite zuwerfen.” Man sollte quasi Fenster und Türen bauen, damit sie besser kommunizieren können, und Brücken für effizienten Austausch.

Dies sollten nicht einzelne Wissenschafter bewerkstelligen müssen, sondern Caniglia nimmt dafür die Universitäten und anderen Forschungsinstitutionen in die Pflicht: “Sie müssen die Bedingungen schaffen, dass solche Tätigkeiten möglich werden”, sagte er: “Das bedeutet zum Beispiel, dass sie nicht nur eine typische Forschungskarriere fördern, sondern auch die Lehre, die Kommunikation mit der Öffentlichkeit und die Zusammenarbeit mit Entscheidungsträgern wertschätzen und belohnen”. Dazu wären ein massiver Gesinnungswandel in der Wissenschaftswelt nötig: Derzeit würde kaum jemand gefördert, “nur” weil er in der Wissenschaftskommunikation oder in der Lehre Engagement und Talent zeigt, was an einer Universität paradox ist, meint Caniglia.

Personal besser durchmischen

Außerdem müsste das Personal an den wissenschaftlichen Institutionen besser durchmischt sein. “Es wird besonders wichtig sein, das Bewusstsein für bestehende Ungleichheiten zu schärfen und unterrepräsentierte Gruppen in der Wissenschaft, wie Menschen anderer Hautfarbe oder ethnische und geschlechtsspezifische Minderheiten, zu befähigen, ihre Stimme zu erheben und voranzugehen”, heißt es in dem Aufruf.

“Wenn wir Leute aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen etwa mit Erklärungen zu Covid-19 Maßnahmen und Lockdowns erreichen wollen, brauchen wir auch Wissenschafter, die Mitglieder dieser Bevölkerungsgruppen sind”, sagte der Forscher. Man sollte auf den Unis und in den anderen Forschungsstätten daher die Diversität fördern und den Zugang für Minderheiten erleichtern. “Auf jeden Fall brauchen wir auch mehr Frauen in die Forschung, und vor allem in Entscheidungsträger-Positionen”, so Forscher. Man sollte auf den Unis und in den anderen Forschungsstätten daher die Diversität fördern und den Zugang für Minderheiten erleichtern. “Auf jeden Fall brauchen wir auch mehr Frauen in die Forschung, und vor allem in Entscheidungsträger-Positionen”, so Caniglia.

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(APA/red, Foto: APA/APA (AFP/NASA))