Wissenschaft: Universität Hamburg wählt verknüpfen neuen Präsidenten

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Universität Hamburg wählt einen neuen Präsidenten

Stand: 18:30 Uhr

An der Universität Hamburg studieren 40.000 Menschen

Quelle: Bertold Fabricius/Pressebild.de

Am 28. Februar 2022 endet die Amtszeit von Dieter Lenzen. Der Berliner Arzt Hauke Heekeren soll den Erziehungswissenschaftler beerben und neuer Präsident der Universität Hamburg werden.

Mit der Wahl eines neuen Präsidenten vollzieht die Universität Hamburg einen Generationswechsel an ihrer Spitze. Demnach soll der 50-jährige Arzt und Neurowissenschaftler Hauke Heekeren den langjährigen Kopf der Hochschule, Dieter Lenzen, beerben. Die Amtszeit des 73-jährigen Erziehungswissenschaftlers endet am 28. Februar 2022. Heekeren wechselt im Fall seiner Wahl wie einst Lenzen von der Freien Universität Berlin nach Hamburg.

Die Neubesetzung des Präsidenten der Universität Hamburg war Anfang 2021 ausgeschrieben worden. In der Folge hatte eine Findungskommission mit Bewerberinnen und Bewerbern Gespräche geführt, sich auf Heekeren geeinigt und ihn dem Akademischen Senat der Universität vorgeschlagen. Jenes Gremium besteht aus Professorinnen und Professoren, Vertretern des akademischen sowie des technischen Verwaltungspersonals sowie aus Studierenden.

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Am Donnerstag erfolgte gemäß dem Hamburgischen Hochschulgesetzes zunächst die hochschulöffentliche Anhörung des einzigen Kandidaten, bevor sich der Akademische Senat zur Wahl zurückziehen wollte. Diese muss dann noch vom Hochschulrat bestätigt werden. Amtlich ist die Neubesetzung erst, wenn auch der Hamburger Senat den Präsidenten bestellt. An Norddeutschlands größter Hochschule sind mehr als 40.000 Studierende eingeschrieben.

Heekeren wurde 1971 im nordrhein-westfälischen Herford geboren und wirkt derzeit als Professor für Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaft sowie als Vizepräsident für Studium und Lehre an der FU Berlin. Dort beschäftigt er sich nach Angaben des Fachbereichs „mit den kognitiven und biologischen Grundlagen von Entscheidungs- und Lernprozessen“ und kombiniert „in experimentellen Studien Verhaltensexperimente, Computermodelle und neurowissenschaftliche Methoden“.

Lenzens größter Erfolg – und eine umstrittene Studie zur Herkunft des Coronavirus

Als Lenzens größter Erfolg gilt – nachdem er 2010 von der Spree an die Elbe gekommen war – die Ernennung der Universität Hamburg zur „Exzellenzuniversität“ 2019. In seine Amtszeit fällt ferner der Physik-Nobelpreis für den 90-jährigen Klaus Hasselmann, der als Professor am Institut für Geophysik lehrte.

Dieter Lenzen

Dieter Lenzen

Quelle: Pressebild.de/Bertold Fabricius

In der Corona-Krise hatte Lenzen aber auch für Unmut gesorgt, nachdem seine Hochschule eine umstrittene Studie zur Herkunft des Virus veröffentlicht hatte. Darin war der Physiker und Nanowissenschaftler Roland Wiesendanger zu dem Ergebnis gekommen, dass wahrscheinlich ein Laborunfall in Wuhan die Pandemie entfacht habe. Seine Recherchen basierten etwa auf YouTube-Videos oder Internetseiten von Verschwörungstheoretikern. Kurz darauf erklärte Lenzen in einer Videobotschaft: „Nichts lag ferner, als Kolleginnen und Kollegen dadurch zu provozieren, dass ein Diskussionspapier auf derselben Ebene bewertet würde wie eine Studie zu experimentellen oder empirischen Forschungsergebnissen, die in mühevoller und aufwendiger Anstrengung erzielt wurden.“ Die Universität werde strenger auf eine Trennung von Forschungsergebnissen und wissenschaftspolitischen Thesen achten.

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