Wird keine noch so moderne (Zukunfts-)Technologie diesen Planeten je sichern – Leserbriefe

Zu: “Der lange Weg ins Stromzeitalter”, Beitrag von Bernward Janzing (Politik, 5. Januar)

Der Artikel schildert gut zusammengetragen und auf eindrückliche Art und Weise die Voraussetzungen für den Umbau der Energieversorgung in Deutschland, ohne dabei die möglichen negativen Auswirkungen zu verschweigen. Neben der viel größeren Abhängigkeit von Strom ist insbesondere der enorm ansteigende Strombedarf ein klares Manko dieser “Energierevolution”. Nichts gegen Photovoltaik auf Dächern, diese Flächen kann man hierzu sehr gut und sinnvoll nutzen. Großflächige Freiflächenanlagen und Windparks hingegen, die notwendig wären für die Erzeugung der ganzen benötigten Terawattstunden, würden nicht nur das Landschaftsbild massiv beeinträchtigen, sondern hätten unter anderem auch gravierende negative Auswirkungen auf die Natur, insbesondere die Tiere. Das sollte nicht unbedacht bleiben und dem Aktionismus zum Opfer fallen. Wer allen Ernstes meint, es brauche lediglich eine Energiewende, um weitermachen zu können wie bisher, der irrt gewaltig. Vernünftige, sich als Teil der Natur begreifende Menschen sind längst zur Einsicht gelangt, dass wir uns den gegenwärtigen Lebens- und Wirtschaftsstil nicht mehr leisten können und Nachhaltigkeit nur durch einen Umbau des gesellschaftlichen Lebens, Produktions- und Kaufverhaltens möglich ist. Und dazu gehören wiederum Einsicht und Bereitschaft, auf bestimmte Güter und Sachwerte, Mobilität und Reisen zu verzichten. Gelingt uns das nicht, wird keine noch so moderne (Zukunfts-) Technologie diesen Planeten je retten. Bleiben wir also wieder öfter zu Hause, wagen wir mehr Regionalität und unterstützen wir Landwirte, Handel und Betriebe vor Ort. Ganz nebenbei sinkt unser CO-2-Abdruck. Es lebe der Tante-Emma-Laden! Stefan Rieger, Glottertal