Wie Studierende in Freiburg erste Schritte in die Wirtschaft unternehmen – Freiburg

Die studentische Unternehmensberatung “Trirhena” bietet de Möglichkeit, um erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Hannah Abbas ist die Chefin.

Von Marketing über Analysen bis hin zu Prozessmanagement: Die Themen klingen gut, mit denen sich die Studierenden von “Trirhena” beschäftigen. Trirhena ist eine studentische Unternehmensberatung an der Universität Freiburg.

Seit einem Jahr ist Hannah Abbas jetzt bei Trirhena. Nachdem sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht hat und dort in der Beratung tätig war, wurde sie während ihres Studiums auf Trirhena aufmerksam. In ihrem ersten Projekt arbeitete sie mit zwei Wissenschaftlerinnen zusammen, die sich als Ziel gesetzt haben, die Begeisterung für die (mathematisch-naturwissenschaftlichen) MINT-Fächer bei weiblichen Kindern und Jugendlichen zu erwecken.

Was ist eine studentische Unternehmensberatung?

Vor einem halben Jahr wurde Hannah zur Vorstandsvorsitzenden gewählt. “Meine Aufgaben sind in erster Linie die Repräsentation nach außen sowie der Kontakt mit unseren Netzwerk- und Kooperationspartner*innen”, erläutert sie. Außerdem kümmert sie sich mit darum, neue Projekte für den Verein zu gewinnen.

Aber was ist überhaupt eine studentische Unternehmensberatung? Studentische Unternehmensberatungen sind meistens gemeinnützige Vereine, über 100 gibt es an deutschen Hochschulen. Sie bestehen aus Studierenden, die erste Erfahrungen in der Beratungsbranche sammeln wollen. Bei Trirhena gibt es etwa 30 aktive Mitglieder aus verschiedenen Studiengängen – von Wirtschaftswissenschaften über Jura bis hin zu Philosophie und Psychologie.

Vier Teams mit fünf Vorständen

Jeden Monat werden in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen neue Projekte ausgeschrieben, auf die sich die Studierenden bewerben können. Die Projektteams treten dann in Kontakt mit den Kundenunternehmen und entwickeln Lösungen für die wirtschaftlichen Herausforderungen.

Um all diese Prozesse zu bewältigen, ist Trirhena in vier Teams und fünf Vorstände aufgeteilt, die sich zum Beispiel um Qualitätsmanagement, Finanzen und Recht oder die IT-Struktur innerhalb des Vereins kümmern. Einmal pro Woche, am Montagabend, treffen sich alle Vereinsmitglieder, um über aktuelle Themen zu diskutieren, außerdem gibt es die Meetings innerhalb der Teams und des Vorstands.

Am Anfang steht eine Case Study

Spannend ist der Weg, den Studierende gehen, um als Mitglied aufgenommen zu werden. Hannah Abbas erklärt: “Als Anwärter*in bewirbt man sich und wird anschließend mit drei bis vier anderen Leuten zu unserem Assessment Center eingeladen.” Dort bekommen die Bewerber eine Case Study, also einen ausgedachten Beratungsfall, den sie bearbeiten müssen. Außerdem werden Einzelgespräche geführt.

“Am meisten achten wir darauf, dass die Personen Motivation und Teamfähigkeit mitbringen”, sagt sie. Fachliches Wissen? Wichtig, aber nicht der alleinige Entscheidungsfaktor. Nach dem Assessment Center bekommen die neuen Vereinsmitglieder ihr erstes Projekt, das Anwärterprojekt.

Diese Projekte sind unbezahlt und finden oft in Zusammenarbeit mit Freiburger Startups statt. “Wir achten darauf, dass es soziale und nachhaltige Themen sind”, erklärt Hannah Abbas.

Der Spaß darf nicht zu kurz kommen

Neben der ganzen Arbeit soll natürlich der Spaß im Verein nicht zu kurz kommen. Vom Team Human Resources werden regelmäßig Events für die Mitglieder organisiert: Grillpartys, Rallyes im Seepark oder die klassische Weihnachtsfeier stehen dann auf dem Tagesplan.

Hannah Abbas hat ihr Studium nun beendet, ihr Amt gibt sie deswegen bald ab. Bleibt am Ende die Frage, was ihr an bei Trirhena am meisten Spaß gemacht hat? “Ich schätze vor allem die Arbeit im Team, dass man sich gegenseitig den Rücken stärkt”, sagt die Studentin und freut sich.