Wie arbeitet ein Kaufhausdetektiv? – Wirtschaft

Orhan Senel arbeitet seit 25 Jahren als Kaufhausdetektiv. Wie er es schafft, unsichtbar zu bleiben, wie sich die Täter verraten und warum er einmal einem Dieb geholfen hat.

Von Helena Ott

Ob jemand klauen will, sieht er an den Augen. Orhan Senel steht vor dem Regal einer Drogerie, dreht die Pappschachtel eines 100-Euro-Parfüms mit beiden Händen. “Aber die Augen scannen die Umgebung.” Er guckt dabei verstohlen unter dem schwarzen Schild seines Käppis nach rechts und links. Wenn er das beobachtet, wird aus einem einfachen Käufer im Geschäft eine “Zielperson”. Den Begriff wird er an diesem Nachmittag Mitte Dezember noch öfter gebrauchen. Der 56-Jährige, akkurat gestutzter weißer Bart, braune Lederschuhe, schwarze Steppjacke, ist Kaufhausdetektiv. Seit 25 Jahren heftet er sich an die Fersen von Kunden, die sich diesen einen Tick nervöser verhalten. Erst wenn sie die Kassenzone passiert haben, schlägt er zu: “Kann es sein, dass Sie vergessen haben, ein Paar Kopfhörer zu bezahlen?”, fragt er dann zum Beispiel.