Welches gilt zum Besten von Treffen, Geburtstage und Hochzeiten?

Corona-Regeln in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg ist die Alarmstufe II verlängert worden – die einzige Stufe, die auch Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene vorsieht. Was bedeutet das für private Treffen, Geburtstags- und Hochzeitsfeiern? Was ist aktuell erlaubt?

Egal, ob Geburtstag oder Hochzeit – für Feiern gelten dieselben Regeln wie für private Treffen: Geimpfte und Genesene dürften sich maximal zu zehnt treffen.

Foto: imago images/Westend61

Obwohl Baden-Württemberg hinsichtlich der Zahl der Neuinfektionen recht glimpflich in das neue Jahr 2022 gestartet ist, sieht die Landesregierung keinen Grund für eine Entwarnung – vor allem wegen Omikron.

Zuletzt lagen die für Regeländerungen ausschlaggebenden Zahlen – die Hospitalisierungsinzidenz und die Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstationen – in Baden-Württemberg unter den Grenzwerten für die Alarmstufe II.

Doch an dieser will das grün-schwarze Kabinett festhalten und verlängerte deswegen am Dienstag die Alarmstufe II vorerst unabhängig von den bislang relevanten Grenzwerten bis zum 1. Februar.

Die Alarmstufe II sieht im Unterschied zu den Vorstufen auch Einschränkungen für private Treffen von immunisierten Menschen – also Geimpften und Genesenen – vor. Diese dürfen sich in geschlossenen Räumen nur noch maximal zu zehnt treffen, im Freien gilt eine Obergrenze von 50 Personen, unabhängig von der Anzahl der beteiligten Haushalte.

Corona-Regeln in Baden-Württemberg: Was gilt für die private Geburtstagsfeier?

Aber wie sieht es mit privaten Veranstaltungen wie Geburtstagen oder Hochzeitsfeiern aus? Im Sommer waren diese noch möglich – wenn auch mit bestimmten Vorgaben. Die Gastgeber mussten unter anderem Desinfektionsmittel stellen sowie die Daten der Gäste für eine mögliche spätere Kontaktnachverfolgung festhalten. Das Hygienekonzept erforderte zwar Aufwand, aber trotzdem: Die Veranstaltung konnte prinzipiell stattfinden.

Das sieht aktuell in der Alarmstufe II anders aus – zumindest, wenn man die Hochzeitsgesellschaft nicht derart beschränken möchte, dass man sie an zwei Händen abzählen kann. Denn Fakt ist: Eine Unterscheidung zwischen privatem Treffen und privater Veranstaltung gibt es nicht, es gelten dieselben Regeln.

Wer also geimpft oder genesen ist, darf seinen Geburtstag im geschlossenen Raum mit höchstens neun weiteren immunisierten Menschen feiern. Findet die Veranstaltung im Freien statt, sind maximal 50 ausschließlich geimpfte oder genesene Personen erlaubt. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 13 Jahre zählen bei der Obergrenze nicht mit. Ausnahmen gibt es auch für Personen, bei denen die Impfung aus medizinischen Gründen nicht möglich ist oder für die es noch keine Impfempfehlung der Stiko gibt.

Deutlich weniger Menschen dürfen persönlich gratulieren und feiern, wenn Ungeimpfte dabei sind. Dann darf sich ein Haushalt lediglich mit zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen. Auch hier zählen Kinder nicht dazu, Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt.

Regeln für private Treffen gelten auch für Feiern in der Gastronomie

Wer hofft, mit einer Feier im Restaurant mehr Möglichkeiten zu haben, wird enttäuscht. In der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg heißt es deutlich: „Für private Zusammenkünfte in gastronomischen Betrieben gelten die Regelungen der Kontaktbeschränkungen.“

Wer seine Hochzeit also im Restaurant feiern möchte, muss sich ebenfalls an die Obergrenze von privaten Treffen halten. Außerdem gilt hier nach wie vor die 2G-plus-Regelung. Genesene und Geimpfte, deren Impfung oder Infektion länger als drei Monate zurückliegt, brauchen einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest. Wer bereits die Booster-Impfung erhalten hat, benötigt keinen Test.

Bei einer privaten Feier im Restaurant muss man außerdem die aktuell geltende Sperrstunde für die Gastronomie beachten, die zwischen 22.30 Uhr und neuerdings 6 Uhr greift. In diesem Zeitraum „muss der Betrieb der Gastronomie für den Publikumsverkehr eingestellt werden. Das gilt auch, wenn eine private Veranstaltung stattfindet“, macht Pascal Murmann, Pressesprecher des baden-württembergischen Sozialministeriums, deutlich.

Einen Veranstaltungsraum zu mieten und sich selbst um die Verpflegung zu kümmern, ändert ebenfalls nichts an den Vorgaben. Hat man zudem noch Service-Personal engagiert, das bei der privaten Veranstaltung beispielsweise Gäste bedient, zählt dieses grundsätzlich zur Teilnehmerzahl dazu. Werden die Speisen lediglich geliefert und aufgebaut, muss man entsprechende Dienstleister nicht mitzählen.

Maßnahmen machen Feiern im größeren Umfang unmöglich

Wer also seinen Geburtstag mit elf oder mehr geimpften Erwachsenen feiern möchte, hat dazu derzeit keine Möglichkeit – unabhängig davon, ob die Feier daheim, im Restaurant oder in der Bar stattfinden soll. Es bleiben nur die Möglichkeiten, den Rotstift an der Gästeliste anzulegen oder die Veranstaltung zu verschieben.

„Ja, die Maßnahmen sind einschneidend. Aber es geht letztlich darum, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Jede und jeder von uns möchte schließlich auch im Notfall noch eine Behandlung im Krankenhaus“, sagt Murmann.

Nicht umsonst setzen wir uns für die allgemeine Impfpflicht ein, dann müssen wir solche Diskussionen gar nicht mehr führen.

Pascal Murmann, Sprecher des Sozialministeriums

Es sei derzeit Realität, dass Operationen verschoben und Behandlungen zurückgefahren werden müssten. Diesen Zustand gelte es zu überwinden. „Das geht nur, wenn wir Kontakte reduzieren“, beharrt Murmann auf den Beschränkungen. „Nicht umsonst setzen wir uns für die allgemeine Impfpflicht ein, dann müssen wir solche Diskussionen gar nicht mehr führen.“