Welches beim Hochzeitskorso erlaubt und welches verboten ist

30. Dezember 2021 um 09:24 Uhr


Verkehrsrecht
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Was beim Hochzeitskorso erlaubt und was verboten ist


Wer seiner überschwänglichen Freude bei Hochzeiten Ausdruck verleihen will, sollte sich dennoch an ein paar Regeln halten (Symbolbild).
Foto: dpa-tmn/Rainer Jensen

München Tradition ist es in vielen Gegenden schon: Das ohrenbetäubend hupend hinter dem Hochzeitswagen Herfahren – aber ist das eigentlich bezüglich der Verkehrsregeln erlaubt? Jein! Worauf Sie achten sollten.


Ein Hupkonzert und etliche Autos, die viel zu langsam durch die Straßen fahren: Streng genommen ist ein Autokorso nach der Straßenverkehrsordnung verboten. Bei Hochzeiten etwa drückt die Polizei aber laut ADAC erfahrungsgemäß ein Auge zu. Wer ein Bußgeld vermeiden will, fragt vorher bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde nach, ob eine Genehmigung nötig ist und erteilt wird.

Generell bleiben üblichen Verkehrsregeln in Kraft. Alkohol am Steuer sollte komplett tabu sein und an roten Ampeln muss gehalten werden. Für Fahrer oder Fahrerin gilt: Finger weg vom Handy. Verboten ist auch, künstliche Staus zu verursachen. Posieren auf der Motorhaube eines fahrenden Autos bleibt verboten. Und um sich nicht zu verletzen, rät der ADAC auf das Hinauslehnen zu verzichten.

Aus dem Auto Raketen oder Schüsse in die Luft zu feuern, wird als Straftat oder Ordnungswidrigkeit geahndet. Unbeteiligte mischen sich am besten nicht ein, sondern wählen im Ernstfall den Notruf.

Leere Konservendosen am Auspuff oder Blumen und Bänder am Auto dürfen die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen. Das heißt zum Beispiel: Gegenstände dürfen sich nicht lösen und herabfallen. Das Autokennzeichen darf nicht verdeckt werden und auf jeden Fall muss der Fahrer oder die Fahrerin freie Sicht haben.


Und was ist eigentlich mit „Das Auto bei Kälte im Stand warmlaufen lassen“? Das kann sehr teuer werden. Mit bis zu 80 Euro Bußgeld müssen Autofahrende laut ADAC Berlin-Brandenburg rechnen, wenn sie den Motor anschalten und dann zum Beispiel in aller Seelenruhe erst mal die Scheiben von Eis und Schnee befreien.

Durch die Regelung sollen Lärm- und Abgasbelästigungen vermieden werden, so der Club. Wird der Motor dagegen warm gefahren, ist er schneller auf Betriebstemperatur und verbraucht weniger Treibstoff.

Die Scheiben vor Fahrtantritt freizumachen, ist dennoch Pflicht. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) sind Autofahrende für gute Sicht verantwortlich. Dazu gehört: Front- und Seitenscheiben müssen frei sein. Wer nur mit einem Guckloch in der Windschutzscheibe erwischt wird, dem drohen immerhin 10 Euro Geldbuße.

Ebenfalls müssen laut ADAC Blinker, Rücklichter, Scheinwerfer, Kennzeichen, Motorhaube und das Autodach gesäubert werden. Weder der nachfolgende Verkehr noch die eigene Sicht solle durch herabfallenden Schnee gefährdet werden. Aus Umweltschutzgründen rät der Autoclub, auf chemische Enteiser zu verzichten.

(felt/dpa)