Wegen Lockdown: Schwarzarbeit wächst wie seitdem 20 Jahren nicht mehr – Wirtschaft

Alarmierende Zahlen zur Schwarzarbeit in Deutschland!

Der Anteil der sogenannten Schattenwirtschaft an der Wirtschaftsleistung ist Berechnungen von Prof. Friedrich Schneider von der Johannes Kepler Universität in Linz zufolge von 9,4 Prozent im Jahr 2019 auf 10,2 Prozent 2020 deutlich gestiegen (8,5 Prozent mehr)!

Ein Zuwachs um 16 Milliarden auf 339 Milliarden Euro. „Das ist der drastischste Anstieg seit 20 Jahren“, sagt Friedrich Schneider, Professor am Research Institute of Banking and Finance der Universität zu BILD.

Wesentlicher Grund: Die Einschränkungen für das Wirtschaftsleben durch die Lockdown-Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung!

► Schneider: „Der Lockdown führt zu wirtschaftlichem Stillstand. Viele Menschen, die ihr Gewerbe nicht mehr ausüben dürfen, müssen Geld verdienen, um einzukaufen und ihre Miete zu zahlen.“

Viele von den Einschränkungen Betroffene stünden ohne oder mit stark reduziertem Einkommen da. Dem stehe eine erhöhte Nachfrage nach Schwarzarbeit gegenüber.

„Weil sie die Leistungen regulär nicht mehr bekommen, öffnen sich mehr Menschen für die Schattenwirtschaft“, so Schneider.

► Beispiele seien etwa Friseurbesuche „unter der Hand“ oder haushaltsnahe Dienstleistungen wie Putzen. Auch gebe es deutlich erhöhte Nachfrage zum Beispiel bei Nachhilfestunden für Schüler, die im Lockdown zu Hause lernen müssen.

Schneider: „Kurzarbeit und Coronahilfen haben als Krisenmaßnahmen einen noch größeren Anstieg der Schattenwirtschaft verhindert.“

Der Professor rechnet für 2021 nur mit einem leichten Rückgang der Schattenwirtschaft um drei Milliarden auf dann noch 336 Milliarden Euro.

„Wenn der Lockdown verlängert wird, droht die Gefahr, dass die Schattenwirtschaft weiter wächst.“

Auch in anderen Industrieländern ist die Schattenwirtschaft der Untersuchung zufolge deutlich gestiegen. Am stärksten zugenommen hat sie in 2020 in den USA, um satte 27 Prozent auf 6,11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2019 noch 4,8 Prozent).

Professor Schneider sagt aber auch: „Der Anstieg in Deutschland ist zwar hoch, aber da das schwarz verdiente Geld ja sofort wieder in der Wirtschaft ausgegeben wird, sind die Folgen verkraftbar.“

Grünen-Arbeits- und Sozialpolitikerin Beate Müller-Gemmeke (60) sieht auch das Chaos bei der Auszahlung der staatlichen Corona-Hilfen als einen Faktor. „Das rechtfertigt aber keine Schwarzarbeit!“, sagte sie BILD. „Außerdem geht es beim Lockdown darum, Kontakte zu reduzieren. Klar ist aber: Das Krisenmanagement der Bundesregierung muss schleunigst besser werden.“

Berlin Ernachrichten