Veranstaltungsreihe: „HRW Kids“: Kartoffelbatterien und Spaghettibrücken resultieren Kinder zur Wissenschaft

Einfache Antworten auf faszinierende Fragen: Jeweils etwa 50 Dritt- und Viertklässler von zwei fußläufig zu den HRW Standorten gelegenen Grundschulen nahmen an der HRW Kids der Hochschule Ruhr West in Bottrop teil. In kurzen Vorlesungen und spannenden Mitmachangeboten rund um Kartoffelbatterien,, Nachrichtenverschlüsselung, Stehaufmännchen und Papierfliegern vermittelten Wissenschaftler der HRW den Grundschülern wissenschaftliche Themen aktiv und spannend.

Eine Hochschule ist nur was für die Großen? Für die HRW Kids ist das natürlich nicht der Fall. Zum wiederholten Mal bot die Hochschule Ruhr West Vorlesungen und Mitmachexperimente für Grundschüler an. Und wie in den vergangenen Jahren nahmen die Kinder und die Lehrer das Angebot begeistert an. Nach einem Jahr Pause konnte die die Kinderuni in diesem Herbst unter strengen Corona-Auflagen wieder vor Ort an den Campus der HRW stattfinden.

„Wo sind wir alle gerade?“, fragte Friedhelm Susok, Moderator der HRW Kids, der Grundschüler. Diese riefen laut zurück: „H-R-W, Hochschule Ruhr West!“ – In seinem Warm-up begrüßte Friedhelm Susok auf motivierende Art und Weise. Insgesamt vier Klassen der Klassenstufe 3 und 4 aus Grundschulen (Pestalozzischule aus Mülheim je eine 3. + 4. Klasse, sowie Schillerschule aus der Bottrop 2 Klassen) waren an die Campus der HRW gekommen. Nach der kurzen Programmvorstellung durch Susok hielten Professoren der HRW Kindervorlesungen.

Unendliche Sitzplätze und denkende Häuser

Bei Prof. Dr. Andreas Sauer ging es um Mathematik. Er stellte die Frage: Wie viele Sitzpläne kann man in einer Klasse mit 20 Schülern haben? Die Kinder waren mehr als verblüfft, als eine Zahl dabei herauskam, die so lang war, dass sie die Zahl nicht mehr vorlesen konnten und es mehr als 70 Millionen Jahre dauern würde, diese Möglichkeiten durchzuprobieren, wenn jede Sekunde nonstop der Sitzplatz gewechselt würde. Mit Prof. Dr. Daniel Jun vom Institut Bauingenieurwesen gingen die Kinder über „sieben Brücken“ – aus Holz, aus Stein, aus Stahl, aus Spaghetti; über alte, über moderne, über Wasser und über Straßen, über gerade oder gebogene Brücken. Am Ende gab es einen kurzen Ausflug in die Baustatik von Brücken.

Prof. Dr. Aysegül Dogangün ist Professorin für Informatik und hat die menschenzentrierte Technikentwicklung im Blick. In der Vorlesung erklärte sie, wie Häuser denken können. Die Kinder überlegten zusammen mit ihr, wie ein sogenanntes ‚Smart Home‘ in Zukunft aussehen könnte und welchen Nutzen wir davon haben werden.

Mitmachen war das große Motto des Tages. Spannende Workshops rund um die Themen Bauingenieurwesen, Energie und Informatik hatten die zdi-Koordinatorinnen Insa Larson und Katharina Schwermer mit den mint4u-Kollegen und den Mitarbeitern der HRW Institute ausgearbeitet.

Neugierde wecken

„Dieses Format senkt die Hemmschwelle, eine Hochschule zu betreten, und weckt die Neugierde und das Interesse der Kinder. Wir sind daher sehr glücklich, dass die Kinder und Lehrer nach diesem schwierigen Corona-Jahr mit so viel Spaß wieder dabei sind.“, so Larson. In den Workshops ging es um streng geheime Lesezeichen mit verschlüsselten Informationen, es wurden Windräder gebaut und mit Hilfe von Kupferblech, Zinknägeln und einer Kartoffel eine Kartoffelbatterie gebaut, die ein kleines Lämpchen zum Glimmen bringen konnte. Der Bau von Papierfliegern und Stehaufmännchen rundeten das Programm ab.

Die Kinder und auch die Lehrer waren begeistert: Es war eine tolle Veranstaltung, die bei den Kindern das Interesse für die MINT-Fächer geweckt und Berührungsängste abgebaut hat. Vielleicht möchte ein Mädchen oder Junge nach dieser Veranstaltung später einmal Ingenieur werden. Damit alle Kinder jeden Workshop besuchen konnten, wurde regelmäßig die Station gewechselt. Waren die Etappen erfolgreich absolviert, gab es einen Stempel im Entdeckerausweis. Die nächste Ausgabe der HRW Kids findet aller Voraussicht nach im Frühjahr 2022 statt.