Upcycling statt Wegwerf-Mode | Unterhaltung

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#Heuteschongelesen?

Upcycling statt Wegwerf-Mode

Aktualisiert: 05.05.2021, 06:00

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE Foto Services

Weg von Fast Fashion, hin zu stylischen Outfits, die die Umwelt und das Leben anderer schonen, wie das geht steht in „Make Fashion better“.

Sie ist gerade 80 geworden, gehört zu den hipsten Menschen auf dem Globus und weiß bestimmt noch, was ein Stopfpilz ist. Vielleicht benutzt Modeschöpferin Vivienne Westwood sogar selbst einen – Löcher beim Reparieren nicht zu verstecken, sondern in Szene zu setzen, wäre aber genau ihr Stil.

„Kaufe weniger, wähle sorgfältig, behandle es gut“: Westwoods Motto zitiert Sarah Klymkiw nicht von ungefähr. Weg von der Wegwerf-Mode hin zu Jacken,Hosen, Kleidern, Mützen, Socken, die keine andere trägt, und gleichzeitig die Welt ein wenig besser machen – das stellt die Autorin allen in Aussicht, die sich nach Lektüre ihres Buches gleich auf den eigenen Kleiderschrank stürzen.

Was sich liest wie maßgeschneidert für die Fridays-for-Future-Generation, passt für jedes Alter. Und gut in eine Phase, in der Handarbeit als Kulturtechnik wieder entdeckt wird und durch Corona einen ordentlichen Schub bekommt.

Sarah Klymkiw (Text), Kim Hankinson (Illu.), Bea Reiter (Übers.):Make Fashion Better. Mit Stil die Welt verbessern. Loewe, 160 Seiten, 12,95 Euro, ab 10 

Foto: loewe-verlag

Flicken, aufpeppen, tauschen, leihen: Sarah Klymkiw fächert viele Alternativen auf, versorgt mit Mustern, Anleitungen, Tipps. Stylish durchs Leben gehen, ohne das anderer zu belasten: Mit diesem Ziel will die Autorin weglocken von Kleidungsstücken, die nach zweimaligen Tragen auf den Müll wandern, weil der Nachschub so billig ist wie ihre Qualität mangelhaft – und die Lebensumstände derer, die sie herstellen.

Geschichte, Unternehmenspolitik, Rohstoffe, Psychologie, Akteure und Aktivisten: Kompakt bietet die Autorin das komplette Universum rund um die Frage „Was sagt deine Kleidung über dich aus?“. Dazu liefert Kim Hankinson einfallsreiche Optiken in Rot, Schwarz, Grau, mal grell, mal Pastell. Zahlen und Fakten unterlegt sie mit einem T-Shirt, hängt sie an die Blätter eines Baumes oder gestaltet Labyrinthe als Entscheidungshilfen.

Die meisten Daten beziehen sich auf Großbritannien, sind aber in Deutschland ähnlich. Dort wie hier ermutigen Klymkiw und Hankinson: Starte eine Mode-Revolution! Das würde Vivienne Westwood gefallen.

Hier geht’s zur Leseprobe.