Umstrittene Corona-Handlung: Schauspieler Brambach und warme Jahreszeit: Vielleicht ein Fehler – Unterhaltung

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“Ihr habt eine Grenze überschritten”, sagte Holzner, Leitende Oberärztin am Universitätsklinikum Essen, in einem Instagram-Video. “Und zwar eine Schmerzgrenze all jener, die seit über einem Jahr alles tun.”

Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Schauspieler Ulrich Matthes, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe sich sehr gewundert über die Unterstellung in den meisten der Videos, es gäbe keinen Diskurs darüber, ob die Maßnahmen in der Pandemie berechtigt seien. “Und die Kolleginnen und Kollegen beklagen mittels dieser vermeintlichen Satire, dass dieser Diskurs nicht stattfände und geben damit – und das ist meine Hauptkritik – indirekt Schützenhilfe für die Querdenkerszene und die AfD.”

Ähnlich äußerte sich der Daten- und Politikwissenschaftler Josef Holnburger. “Leider bedienen viele der Prominenten hämisch Narrative, welche Bestandteil vieler Verschwörungserzählungen sind”, sagte er der dpa. “Etwa vermeintlich gleichgeschaltete Medien oder ein Kritikverbot an der Regierung. Es wundert mich deshalb nicht, dass der Applaus aus dieser Szene besonders laut ist.”

Am Samstag wurde auf der Seite allesdichtmachen.de ein Statement veröffentlicht. “Die Gruppe hat keinen “Kopf” und keine gemeinsame Stimme”, hieß es darin. “Das Projekt ist kollektiv entstanden, die Gruppe ist divers, die Meinungen gehen auch hier auseinander.”

Einige der Teilnehmer hatten sich noch am Freitag distanziert. Ulrike Folkerts etwa bezeichnete ihre Beteiligung als Fehler. “Ich habe einen Fehler gemacht, ich war naiv genug zu glauben, mit meinen Kollegen*innen ein gewinnbringendes Gespräch in Gang zu bringen. Das Gegenteil ist passiert”, schrieb die “Tatort”-Kommissarin auf Instagram.

Ihr “Tatort”-Kollege Liefers äußerte sich nachdenklich. “Ich finde auch den Punkt interessant, dass vielleicht Ironie wirklich ein ungeeignetes Mittel ist”, sagte er in der Radio Bremen-Talkshow “3nach9”. Er sehe aber eine Lücke: “Es gibt nicht nur auf der Seite der Erkrankten Trauer und Leid, sondern auch auf der Seite derer, die unter diesen Maßnahmen inzwischen nun wirklich anfangen zu leiden, die sehe ich nicht so richtig vertreten.”

Im Statement auf der Seite hieß es: “Wir leugnen auch nicht Corona oder stellen in Abrede, dass von der Krankheit Gefahr ausgeht und Menschen daran sterben. Vielmehr geht es uns um die Corona-Politik, ihre Kommunikation und den öffentlichen Diskurs, der gerade geführt wird.”

Doch nach Ansicht des Daten- und Politikwissenschaftlers Holnburger trägt die Aktion nicht zu einer konstruktiven Debatte bei. “Die vor allem polemisch dargestellte Kritik seitens der #allesdichtmachen-Aktion wird den öffentlichen Diskurs nicht versachlichen, sondern verschärfen”, sagte er. “Verschwörungsideologische Narrative drohen durch solche Aktionen hoffähig gemacht zu werden.”

© dpa-infocom, dpa:210425-99-345025/3