Umfrage: Wirtschaft vorsichtig mit Auslandsinvestitionen

Hamburg (dpa/lno) – Die Hamburger Wirtschaft will wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr weniger im Ausland investieren – und wenn, dann vor allem in Europa. Das geht aus einer Umfrage der Handelskammer hervor. Fast ein Drittel der im Ausland aktiven Unternehmen (31 Prozent) gab an, in diesem Jahr außerhalb Deutschlands weniger Geld auszugeben, wie die Kammer am Dienstag mitteilte. 22 Prozent wollten dagegen mehr investieren. Der Unterschied zwischen höheren und niedrigeren Ausgaben habe damit einen negativen Wert von minus 9 erreicht, während er im Vorjahr noch bei plus 18 gelegen habe.

Wenn investiert wird, dann der Umfrage zufolge vor allem in der Eurozone. Fast 71 Prozent der Unternehmen bezeichneten diese als wichtigstes Investitionsgebiet – fast 2,5 Punkte mehr als vor einem Jahr. Danach folgen mit großem Abstand China (22,0 Prozent / minus 3,5 Punkte), sonstige EU, Schweiz, Norwegen (21,9 / plus 3,5), Asien ohne China (21,3 / plus 4,8) und Nordamerika (16,1 / minus 6,9).

“Die Corona-Pandemie sorgt trotz leichter Erholung der Weltwirtschaft nach wie vor für große Unsicherheit auf den Märkten und tendenziell für die Überprüfung von Lieferketten”, sagte Handelskammer-Vizepräses Willem van der Schalk. Markterschließungen und Investitionen mit dem Ziel der Kostenersparnis setzten derzeit keine großen Anreize für Auslandsinvestitionen. Gründe dafür könnten neben der Pandemie “die deutlich angestiegenen Frachtraten im Seegüterverkehr sowie die fehlende Verfügbarkeit von Leercontainer” sein.

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