Touristen sollen die Wirtschaft in Schwung einfahren

Indonesiens Präsident Joko Widodo hat die Nachbarstaaten in Südostasien zur „sofortigen“ Einrichtung eines regionalen Reisekorridors gedrängt, um damit den Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung wieder anzukurbeln. „Wenn alle ASEAN-Länder sofort die Mobilität der Menschen erhöhen, werden die Räder der Wirtschaft bald wieder laufen“, sagte Widodo am Montag, einen Tag vor dem Beginn des Gipfels des Verbands südostasiatischer Staaten (ASEAN). Die Zahl der Corona-Fälle sei in Südostasien zuletzt deutlich schneller gesunken als im weltweiten Durchschnitt. „Nach 20 entmutigenden Monaten der Covid-19-Pandemie sehen wir ein Licht der Hoffnung“, sagte Widodo.

Südostasien sei laut den UN die Region mit den strengsten Corona-Restriktionen weltweit, sagte der Präsident weiter. Da die Situation zunehmend unter Kontrolle sei, könnten die Einschränkungen gelockert werden. Die ASEAN-Länder hatten ihre Grenzen mit Pandemiebeginn für Touristen und andere Kurzzeitbesucher geschlossen. Mit einer steigenden Impfquote wagen einige von ihnen die schrittweise Öffnung für vollständig geimpfte Reisende aus ausgewählten Ländern.

Landesteile für Touristen öffnen, wo viele geimpft sind

So werde Indonesien die Teile des Landes öffnen, in denen mindestens 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, kündigte Widodo an. Auf Bali, wo schon mehr als 80 Prozent der Menschen geimpft sind, und auf den Riau-Inseln können komplett geimpfte Touristen aus 19 Ländern schon jetzt unter vereinfachten Quarantänebedingungen einreisen. Reisende aus Deutschland gehören bisher allerdings nicht dazu.

In Thailand gelten vom 1. November an ebenfalls Erleichterungen für geimpfte Flugreisende mit Negativtest aus Deutschland und 45 weiteren Ländern. Den Reisenden stehen Medienberichten zufolge nach einem weiteren PCR-Test nach Ankunft 17 Orte offen, darunter Bangkok und Chiang Mai im Norden des Landes. Unter dem sogenannten Sandbox-Programm gelten schon seit einiger Zeit erleichterte Bedingungen für Geimpfte bei der Reise nach Phuket und Surat Thani (Ko Samui).

Der Stadtstaat Singapur hatte sich schon im September für geimpfte Reisende aus Deutschland und Brunei geöffnet. Am 19. Oktober kamen neun weitere Länder dazu, darunter die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Spanien, sowie ab dem 15. November Südkorea. Zudem haben Singapur und Canberra die Einrichtung einer „Travel Bubble“ angekündigt. Deren Bedingungen sind aber noch unbekannt. Singapur hatte als eines der ersten Länder in der Region verkündet, sich öffnen und mit dem Virus „leben“ zu wollen. Derzeit hat der Stadtstaat aber mit hohen Infektionszahlen zu kämpfen. Die geltenden Kontakteinschränkungen wurden deshalb bis zum 21. November verlängert.

Berlin Ernachrichten