Tipps vom BILD-Experten: Wie RENTNER weniger STEUERN zahlen – Wirtschaft

Raus aus dem Job, rein in den Ruhestand! Doch auch nach Ende des Arbeitslebens gilt: Vorsicht vor dem Fiskus.

Denn immer mehr Senioren müssen auch NACH dem Rentenbeginn Geld an den Staat abdrücken.

2020 bezogen laut neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes 21,8 Millionen Deutsche Leistungen aus gesetzlicher, privater oder betrieblicher Rente in Höhe von 341 Milliarden Euro. Steuerpflichtig waren von dieser Summe 64 % (217 Milliarden Euro). Ein Anstieg seit 2015 um mehr als 8 Prozentpunkte!

Sechs Dinge, die Rentner zur Steuer wissen müssen:

Grundfreibetrag

Jedem Rentner wird jährlich ein Grundfreibetrag vom Fiskus zugestanden, der steuerfrei bleibt. Michael Fikus, Rentenexperte von der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg, erklärt: „2020 lag der Grundfreibetrag bei 9408 Euro, dieses Jahr sind es 9744 Euro, im kommenden Jahr werden es dann 9984 Euro sein.“

ABER: Eheleute können den doppelten Betrag geltend machen.

Rentner, deren Einkommen unterhalb dieser Schwelle liegt, müssen KEINE Steuern zahlen. Jeder Cent darüber hinaus wird vom Finanzamt besteuert! Dabei ist es egal, ob es sich um höhere Rentenbezüge, eine Betriebsrente oder Einkünfte z. B. aus Mieteinnahmen handelt.

Handwerker-Rechnungen

Egal, ob Schornsteinfeger, Klempner oder Schreiner: Handwerkerkosten können von der Steuer abgesetzt werden. Doch Vorsicht: Materialkosten werden nicht berücksichtigt.

Höchstbetrag: 1200 Euro/Jahr.

Kosten für Putzhilfen etc

Wer sich das Unkraut im Garten von einem Gärtner jäten oder die Wohnung von einer Putzfrau sauber machen lässt, kann die Steuerlast ebenfalls drücken.

Ersparnis: bis zu 4000 Euro/Jahr.

Hörgeräte und Zahnersatz

Hohe Kosten für Zahnersatz, Hörgeräte oder eine Behandlung bei der Physiotherapie drücken die Steuerlast zusätzlich.

Höchstbetrag: Richtet sich nach Rentenhöhe und Familienstand. Steuerberater fragen!

Werbungskosten

Rentner können auch Kosten für den Lohnsteuerverein oder Rechtsanwälte geltend machen. Der Pauschbetrag, also ohne Nachweise, liegt hier bei 102 Euro.

Spenden und Beiträge

Rentner, die sich in einem Verein engagieren, Mitgliedsbeiträge in einer Partei bezahlen oder für gemeinnützigen Zwecke spenden, können die Ausgaben bei der Steuererklärung geltend machen. Gleiches gilt für Versicherungskosten (z. B. private Haftpflicht).

Als Höchstbetrag setzt das Finanzamt 1900 Euro an.