Teutonisch wie Wissenschaftssprache: Welcher Kampf des Émile Picard

Der Erste Weltkrieg war vorbei, der Friedensvertrag von Versailles diktiert, Deutschland zerstückelt, entwaffnet und besetzt – jetzt mussten nur noch seine Sprache und sein Geist besiegt werden. In diesen Kampf stürzte sich nun der Franzose Émile Picard.

Der Mathematiker hatte schon 1915 – ein Jahr nach Kriegsbeginn – gefordert, Deutschland müsse künftig von internationalen Wissenschaftskongressen ausgeschlossen werden. Denn diese seien zum „Sprungbrett für den Germanismus“ geworden und Deutschland habe sich mit seiner „Barbarei“ aus dem Kreis der zivilisierten Nationen entfernt.

Es war die wütende Gegenattacke eines Gedemütigten, der erlebt hatte, wie sein eigenes Land auf dem Feld der Wissenschaft gegenüber Deutschland ins Hintertreffen geraten war. Und auch persönlich hatte Picard in den von Deutschen dominierten internationalen Wissenschaftsorganisationen der Vorkriegszeit eine gewisse Machtlosigkeit zu spüren bekommen.

Den deutschen Einfluss in der internationalen Wissenschaft wollte Picard zusammen mit Verbündeten mit drei Taktiken zurückdrängen, die sich zu einer Gesamtstrategie verbanden.

Erstens wurden internationale Wissenschaftsorganisationen gegründet, zu denen Deutsche keinen Zutritt hatten.

Berlin Ernachrichten