Technologie – QR-Codes: Brücken zwischen realen und virtuellen Welten – News

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Es gibt Erfindungen, von denen denkt man, sie seien erst ein paar Jahre alt – dabei sind sie uralt gemessen an der schnellen technischen Entwicklung. Der QR-Code ist so eine Erfindung. Auf die Welt gekommen 1994. Aber so richtig im Alltag angekommen ist er erst jetzt.

Der QR-Code hat sich etabliert: Wir bezahlen mit dem geometrischen Muster im Bauernhofladen, beim Parkieren und beim Online Shopping oder registrieren uns im Restaurant. Der Grund für seine Beliebtheit liegt in der Tatsache, dass er zwei Dinge gleichzeitig kann.

Zum einen zeigt er der Anwenderin, dass es an der Stelle, wo der QR-Code angebracht ist, Daten gibt. Er fungiert also als Markierung. Zum anderen dient er als Datenträger, wenn ein Anwender den Code scannt. Dabei kann er viel mehr speichern als bloss einen Link auf eine Webseite. So passt zum Beispiel der ganze Programm-Code des beliebten Nokia-Game-Klassikers «Snake, Link öffnet in einem neuen Fenster» in einen QR-Code.

Ideal für Augmented Reality

Im Gegensatz zum Barcode auf Produkten ist der QR-Code zweidimensional, besitzt also eine Länge und eine Breite. Das macht ihn sehr attraktiv für Augmented Reality-Anwendungen, zum Beispiel mit dem Smartphone: Wenn das Gerät die Verzerrung des Musters misst, lässt sich daraus die räumliche Lage des Handys im Raum berechnen.

«Durch die Form des QR-Codes kriegen wir ein Verständnis der Umgebung respektive der Position des Handys», erklärt Patrick Joos, der an der Fachhochschule Ost 3D-Modellierungen erstellt und sich mit AR/VR-Projekten beschäftigt. Der QR-Code ermöglicht beispielsweise, ein dreidimensionales Objekt auf dem Handy-Display einzublenden und es der jeweiligen Position des Betrachters anzupassen.

Grosses Potenzial bei AR-Brillen

Das funktioniert auch mit Augmented Reality-Brillen wie zum Beispiel der Hololens.

Deren Entwicklung steht zwar noch am Anfang, hat aber viel Potenzial. Der QR-Code sei deshalb mehr als bloss eine Übergangslösung, er werde uns noch lange begleiten, ist Daniel Anderson überzeugt. Der Experte arbeitet als Geschäftsführer der Firma 3DQR, die AR-Anwendungen programmiert, etwa für Wartungsarbeiten.

Patrick Joos hat noch ein anderes Beispiel dafür, dass der QR-Code seine grosse Zeit erst noch vor sich hat: Seit etwa einem Jahr taucht er immer mehr auf dem schweizerischen Einzahlungsschein auf. Mehr Ritterschlag geht nicht!

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