Technologie kann entlasten – Behörden Spiegel

Der Präsident der Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS), Wilfried Karl, geht davon aus, dass Künstliche Intelligenz (KI) Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) helfen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort entlasten kann. (Screenshot: BS/Feldmann)

Künstliche Intelligenz (KI) kann den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) bei ihrer Arbeit helfen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort entlasten. Das gelte unter anderem mit Blick auf die Auswertung von Missbrauchsdaten und -aufnahmen. Davon zeigte sich der Präsident der Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS), Wilfried Karl, überzeugt.

Es gebe auch schon machine learning-Systeme, die sich im Einsatz befänden. Angesichts der zahlreichen Herausforderungen, denen die BOS im Bereich von Daten begegnen müssten, sei dies auch dringend notwendig, so Karl auf dem Digitalen Polizeitag des Behörden Spiegel. So seien etwa die zu analysierenden Datenmengen immer größer und heterogener. Hinzu komme oftmals der zeitliche Ermittlungsdruck. Hier könne KI die Arbeit erleichtern. Die Technologie werde aber auf absehbare Zeit keine Mitarbeiter bei den BOS ersetzen. Allerdings werde sich wohl das Anforderungsprofil an Beschäftigte wandeln, prognostizierte Karl.

Digitale Souveränität behalten

Der ZITiS-Präsident plädierte dafür, die digitale Souveränität Deutschlands zu bewahren. Dafür sei zwar keine vollständige Autarkie erforderlich. Sehr wohl brauche es aber immer die Möglichkeit zum autonomen Handeln, insbesondere im Hinblick auf Ressourcen und Technologien. Wichtig ist aus Karls Sicht, dass bei der Beschaffung von KI nicht auf geschlossene Systeme gesetzt werde, sondern auf Modularität und offene Schnittstellen. Gleichwohl sei KI kein Allheilmittel, zumal der Begriff teilweise inflationär verwendet werde.

Algorithmen von entscheidender Bedeutung

Zuspruch für diese Feststellung erhielt Karl von Dr. Martin Thüne von der Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Auch aus dessen Sicht werde der Terminus zum Teil plakativ und uneinheitlich genutzt, was zu Misstrauen führe. Klar sei allerdings, dass bei KI-Technologie algorithmenbasierte Polizeiarbeit eine zentrale Rolle spiele.

Davon versprächen sich die Verantwortlichen und Anwender laut dem Wissenschaftler unter anderem eine Verbesserung von Auswerteprozessen durch eine (Teil-)Automatisierung, die schnellere Verarbeitung von (heterogenen) Text, Bild-, Video- und Audiodaten sowie die Ermöglichung schnellerer, effizienterer und flexiblerer Analysen bei gleichzeitiger Sicherstellung der Vertrauenswürdigkeit und Nachvollziehbarkeit der zugrundeliegenden Prozesse. Aus Thünes Sicht handelt es sich jedoch nicht bei allen Predictive Policing-Anwendungen, dies derzeit genutzt werden, tatsächlich um KI-Technologie.