Stark mutierte Corona-Variante versetzt Wissenschaft in Sorge

JohannesburgIn Südafrika haben Wissenschaftler eine neue Variante des Coronavirus mit 59 Mutationen entdeckt. Die Ergebnisse ihrer Ende August veröffentlichten Preprint-Studie im Auftrag der südafrikanischen Gesundheitsbehörde erschienen auf dem Portal „medRxiv”. Die neue, vermutlich hochansteckende Corona-Linie wird C.1.2 genannt. Auch in Europa habe es schon Fälle gegeben.

Die sogenannte C.1.2-Variante sei erstmals im Mai in zwei südafrikanischen Provinzen entdeckt worden, schreiben die Forschenden. Inzwischen kursiere C.1.2 bereits in sechs von neun Regionen des Landes und wurde überdies in der Demokratischen Republik Kongo, Mauritius, Neuseeland, Botswana, in Portugal und der Schweiz nachgewiesen.

Karl Lauterbach warnt auf Twitter vor Corona-Variante C.1.2

Die Forschenden nennen ihre Entdeckung „besorgniserregend“. Die neue Corona-Variante weise ganze 59 Mutationen auf. Das mache sie potentiell ansteckend. Viele der 59 Mutationen befinden sich laut der Studie am Spikeprotein, einer strukturell wichtigen Stelle. An ihr setzen auch die Impfstoffe gegen Covid-19 an. Noch ist allerdings unklar, was das für den Impfschutz bedeuten könnte.

Auch der SPD-Gesundeheitsexperte Karl Lauterbach warnte per Twitter vor der neuen Corona-Linie. Er resümiert, die neue Entdeckung mache klar: „Wir müssen Afrika Impfstoff geben.“

Erneut taucht eine potentiell sehr gefährliche SarsCoV2 Variante C.1.2. in Südafrika auf. Sie hat 59 Mutationen post Wuhan Variante. Verbreitet sich schnell. Ob sie aber gefährlicher als Delta ist noch unklar. Zeigt aber: wir müssen Afrika Impfstoff geben https://t.co/wjnOQ24qsJ

— Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) August 30, 2021

Laut der südafrikanischen Zeitung New Frame habe das südafrikanische Gesundheitsministerium angesichts der alarmierenden Entdeckung inzwischen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) informiert. Die WHO beobachte nun die Situation.