Spiegelachse welcher Wissenschaft: So möchte dies CEG dies Unterkunft gestalten – Erlangen, Erlangen



Weil die Pläne der Stadt den Wegfall ihres Sportplatzes bedeuten, haben Schülerinnen und Schüler des Christian-Ernst-Gymnasiums überlegt, wie das Quartier um das KuBiC aussehen könnte. Die Ideen beinhalten auch eine Grünfläche auf dem Dach der neuen Sporthalle.

Ö17. Dieser Tagesordnungspunkt des Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschusses am Dienstag interessiert insbesondere Schülerinnen und Schüler des Christian-Ernst-Gymnasiums (CEG). Hinter Ö17 verbirgt sich die Städtebauliche Entwicklung des sogenannten Quartiers, genauer eine Machbarkeitsstudie zwischen dem zukünftigen KuBiC Frankenhof und ihrer Schule. Die Stadt möchte als Ersatz für die sanierungsbedürftige Sponselhalle eine neue Halle bauen – auf der Brache, wo früher das Hallenbad stand, und dem jetzigen Sportgelände des CEG. Man kann sich das so vorstellen, als ob die Sponselhalle ein Stück nach vorne gerückt wird. Außerdem soll hier eine öffentliche Tiefgarage gebaut werden. Die Studie hat ergeben, dass es machbar ist.

“Als wir erfahren haben, was mit unserem Sportplatz passieren soll, waren wir geschockt”, sagt Johanna Malter aus dem Geographiekurs der 11. Klasse am CEG. Eine der wenigen Grünflächen in der Innenstadt – hier machen die CEGler nicht nur Sport, sondern verbringen auch ihre Pause – soll versiegelt werden.

Also haben sich die Schülerinnen und Schüler dieses Kurses zusammen mit ihrem Lehrer Stefan Applis Gedanken gemacht, wie das Areal gestaltet werden könnte, geprägt von grüner Architektur und langfristigem Bauen. Daraus haben sie ein Modell entworfen. Hierfür waren sie Ende Juli wischen den Grenzen des Quartiers unterwegs.

“Achse der Wissenschaft”

Entlang des Gebiets soll in den kommenden Jahren inmitten der Erlanger Innenstadt die „Achse der Wissenschaft” an der Fahrstraße und Sieboldstraße zwischen dem Kollegienhaus an der Universitätsstraße und dem „Himbeerpalast“ an der Werner-von-Siemens-Straße beziehungsweise in der Henkestraße hin zu einem neuen Vorlesungszentrum entstehen.

Hier sollen sich neue Bildungseinrichtungen der FAU und das neue Kunst- und Kulturquartier entwickeln, aber auch das Studentenwerk und private Bauträger engagieren. Am Südende soll der Himbeerpalast zum neuen Mittelpunkt des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Erlangen werden.

Nachhaltig und hochwertig

So steht es in der Projektbeschreibung des Geographiekurs des CEG. “Es soll ein junges Viertel für Studierende, Schülerinnen und Schüler werden”, sagt Schulleiter Thomas Kellner. “Hierfür wollen wir eine nachhaltige Architektur und hochwertige Gesamtkonzeption für das gesamte Viertel sehen, die auch ihren Namen verdient. Städtebaulich ist das eine riesige Chance für Erlangen. Und wir sind sehr gerne dabei“

Der Geographiekurs hat vorgelegt. Die Jugendlichen arbeiteten mit Karten aus Programmen wie Google Maps oder dem Bayernatlas, sie vermaßen das Quartier. “Es war schwierig, die Daten vollständig zu erheben”, sagt Kursteilnehmer Alexander Dunkel, aber möglich. Erst wurden die realen Größen der Baukörper erfasst, dann die maßstäblichen Größen errechnet und die Maße auf Styrodurelemente übertragen. Anschließend wurden die Gebäude mit Hilfe eines Styrodurschneiders in Form gebracht. Eine nervenaufreibende Arbeit, wie Alexander Dunkel sagt: “Schnittfehler ruinieren das ganze Gebäude, dann muss man neu anfangen.”

Von Beginn erschien es vielen Schülerinnen und Schülern wichtig, die geplante Sporthalle mit einer zusätzlichen Nutzung zu beleben. “Erlangen steht doch für Grün, das sollte sich hier widerspiegeln”, sagt Kursteilnehmerin Britta Zimmermann. Daraus entstand die Idee eines „Urbanen Hügels“, der auch durch andere Personen als Angehörige der Schule genutzt werden kann. Die Turnhalle könnte entsprechend, mit einem Gründach ausgestattet, als Aufenthaltsfläche dienen. So könnte der Sportplatz als verlorene Grünfläche durch eine städtebauliche Ergänzung ersetzt werden.

Konzertpavillon über Tiefgarage

Eine weitere Überlegung: Über der Tiefgarage könnte ein Konzertpavillon entstehen, der ebenfalls nicht nur von der Schule genutzt werden, und zusätzlich als Fahrradstellplatz fungieren könnte. “Wir benötigen mehr Fahrradstellplätze als wir bisher haben”, sagt Schulleiter Kellner.

Noch hat er von der Stadt nicht erfahren, wie genau seine Schule von der Gestaltung des Quartiers profitieren soll. Der Schulrektor widerspricht der Darstellung in der Beschlussfassung zu Ö17, die Schule sei bereits im Vorfeld der Machbarkeitsstudie am Planungsverfahren beteiligt worden. “Wir wurden von der Verwaltung nur auf intensive Nachfrage hin informiert, aber nach einer Abfrage unserer Bedürfnisse nicht mehr beteiligt und konnten kein Feedback geben“, sagt Kellner.

Nächster Schritt: Wettbewerb

Im nächsten Schritt möchte die Stadt einen städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerb ausloben. Kellner sowie die Schülerinnen und Schüler des Geographiekurses wünschen sich, dass alle Beteiligten – also Anwohner, der Investor auf dem ehemaligen Kitzmann-Gelände, das CEG, die Uni und die Stadt – partizipieren. Doch erstmal wird am Dienstag im Ausschuss das Ergebnis der Machbarkeitsstudie präsentiert. Vielleicht werden auch Schülerinnen und Schüler des CEG unter den Zuhörern sein. Wegen Ö17.

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