Solche Videos sind in Reich der Mitte verboten

Die chinesische Regierung hat eine Liste mit Themen veröffentlicht, die in Videos nicht angesprochen werden dürfen. Bei Verstößen drohen Konsequenzen. So manches Thema überrascht.

Vor ein paar Tagen hat China eine Liste mit 100 Themen veröffentlicht, die nicht mehr in Online-Videos angesprochen oder thematisiert werden dürfen.

Die Liste, die offiziell “Online Short Video Content Review Standard Rules (2021)” (auf Deutsch ungefähr “Standardregeln für den Inhalt von Online-Kurzvideos”) heißt, enthält dabei erwartbare Themen wie Sex oder Kriminalität, weist aber auch einige interessante thematische Ausreißer auf.

Veröffentlicht wurde die Liste von der Netcasting Services Association (CNSA). Die CNSA ist einer der größten Industrieverbände und gleichzeitig der einzige im Bereich Internetvideo sowie -audio in China.

Mitglieder sind unter anderem die führenden Tech-Unternehmen des Landes, Internet- und Mobilfunkanbieter sowie Radio- und Fernsehstationen Chinas.

Sex, Magie & Chinas Geschichte

Wie zu erwarten sind sexualisierte Inhalte verboten. Das Zeigen “unkonventioneller” Partnerschaften und Ehen ist ebenso untersagt wie das Zeigen von Feigenblättern, die häufig dazu genutzt werden, um den Schambereich oder andere sensible Körperstellen zu verdecken.

Überschwänglicher Hedonismus, Extravaganz, der Einsatz von Magie oder Hexerei und das Thematisieren oder Gegenüberstellen von Religionen findet sich ebenfalls auf der Verbotsliste.

Darüber hinaus ist das Zeigen von Inhalten untersagt, die Faschismus oder extremen Nationalismus beinhalten und Chinas Staatssozialismus widersprechen. Ebenso darf Chinas Vergangenheit und Geschichte nur in einem positiven Kontext und frei von Kritik präsentiert werden.

“Verfälschende und herabwürdigende Inhalte, die die hervorragenden kulturellen Traditionen der Nation Chinas herabsetzen” sind strengstens verboten. Videoclips, die die Unabhängigkeit Taiwans, Hongkongs, Tibets oder andere sezessionistische Bewegungen propagieren, ebenso. 

Online-Videos dürfen auch keinerlei Ausschnitte aus Fernsehsendungen oder Filmen enthalten, auch nicht aus solchen, die in China grundsätzlich erlaubt sind.

Bei Verstößen drohen teils gravierende Konsequenzen

Sollten Videoproduzenten gegen die Richtlinien verstoßen, drohen ihnen rechtliche Konsequenzen. Das Verbreiten verbotener Inhalte führt in China nicht nur dazu, dass der Arbeitgeber eine Kündigung aussprechen kann und man Zugang zum Arbeitsmarkt verliert.

Studenten gefährden dadurch ihren Universitätsplatz und ganz allgemein riskiert die betroffene Person, ihren Internetanschluss zu verlieren. Je nach Schwere des Vergehens droht auch ein Strafprozess und eine anschließende Haftstrafe.

Darüber hinaus sind auch die Betreiber von Online-Plattformen, Radio- oder Fernsehstationen von Strafen betroffen, sollten diese verbotene Inhalte senden oder verbreiten. In einem ersten Schritt riskieren diese Strafgebühren, der Entzug der Sendeerlaubnis wäre der nächste Schritt.