Single-Die noch kein Kind geboren hat verrät, ab zu welchem Zeitpunkt es keine weiteren Dates mehr gibt

Wenn es nicht von Anfang an funkt, dann stellt sich irgendwann die Gleichgültigkeit ein.Bild: iStockphoto / Prostock-Studio

watson-Kolumne

“He said, she said” – die Dating-Kolumne von watson

She said:

Das Résumé eines meiner letzten Dates war: “Nett” – das war’s auch schon. Er war ein lustiger Typ. Wir haben uns drei Stunden lang gut unterhalten, er sah gut aus, brachte Bier mit. Rein objektiv betrachtet war also an diesem Mann nichts falsch, aber leider auch nichts richtig – zumindest nicht für mich.

Wir haben uns über eine Dating-App kennengelernt, einige Tage miteinander geschrieben. Er machte keine widerlichen Anspielungen, bei denen sich mein Würgereiz hätte melden können. Also dachte ich: Den triffst du jetzt, kann ja nur gut werden. Doch leider lässt sich das, was in mir das Interesse an einem Mann weckt, online nicht erspüren. Es ist einfach das gewisse Etwas, das ich direkt innerhalb weniger Minuten spüre, wenn ich einen Mann kennenlerne. Was es am Ende ist, kann ich mir selbst nicht beantworten. Ich weiß nur, ob er es hat oder nicht. Und er hatte es nicht.

Über die Autoren

Jeder von uns stand schon mal im Laufe seines Dating-Lebens vor der Frage: What the fuck?! Manchmal hilft einfach nur ein Perspektivwechsel – und den bekommen unsere Autorin und unser Autor von dem jeweils anderen serviert. Mal urkomisch, mal erbarmungslos ehrlich. Die Beiden sind Mitte und Ende 20, leben in Berlin und sind – zumindest meistens – gerne Single.

Ich wollte das Date trotzdem nicht frühzeitig beenden. Sondern ließ mich einfach auf den Abend mit guten Gesprächen ein. Dabei versuchte ich aber möglichst keine Situationen entstehen zu lassen, in denen er auf die Idee kommen könnte, mir näherzukommen. Ich wählte also eine Sitzposition aus, in der ich möglichst viel Platz beanspruchte und sorgte dafür, dass mein Mund oft beschäftigt war – entweder mit Rauchen oder Biertrinken. Und es funktionierte blendend. Als wir uns verabschiedeten, war mir klar, dass das kein “Auf Wiedersehen”, sondern ein “Lebe wohl” sein wird. Und ich dachte, das beruht auf Gegenseitigkeit. Doch falsch gedacht: schon am nächsten Tag meldete er sich bei mir.

“Vielleicht gibt es auch die langweilige Form von Liebe: die auf den 29. Blick?”

Meine Freundinnen wollten mich überreden, ihm eine Chance zu geben. Nach dem Motto: Was ist nicht ist, kann ja noch werden. Aber leider kenne ich mich da viel zu gut und lebe eher nach dem Motto: Was nicht ist, das wird auch nichts!

Schreibe ich Männer zu schnell ab, wenn es nicht sofort funkt?

Den Vorwurf meiner Freunde, ich würde Männer “zu schnell abschreiben, wenn es nicht sofort funkt”, wollte ich nicht auf mir sitzen lassen. Und habe deshalb einen Mann, den ich einfach nett fand, über Wochen hinweg gedatet – auch um mir selbst zu beweisen, dass es vielleicht auch anders geht. Es muss nicht immer die Liebe auf den ersten Blick sein. Vielleicht gibt es auch die langweilige Form von Liebe: nämlich die auf den 29. Blick? Aber wenn es sie denn gibt, dann ist sie mir noch nicht begegnet.

Wenn ich nicht innerhalb kürzester Zeit auf irgend eine Weise hin und weg bin, dann wird auch ein zweites oder siebtes Date nichts dran ändern. Im Gegenteil: Ich bin am Ende nur abgefuckt oder einfach nur komplett gleichgültig ihm gegenüber. Es ist nett, dass er da ist, aber wenn er zur Tür rausgeht, dann denke ich auch nicht mehr an ihn. Ich frage mich auch nicht, was er wohl gerade macht oder wann wir uns wiedersehen. Schlicht und einfach, weil es mich nicht interessiert. Aber ich weiß auch, dass mein Verhalten, vor allem wenn das Gegenüber sich mehr erhofft, verletzend sein kann.

Die ganze Geschichte endete damit, dass er nach etwa acht Wochen das Gespräch suchte. Er meinte zu mir, dass er nicht wisse, woran er bei mir ist und manchmal das Gefühl habe, er wäre mir vollkommen egal. Ich schaute ihn ernst an und antwortete:

“Nein, du bist mir nicht egal – aber wichtig bist du mir eben auch nicht.”

Erst als ich seinen Blick sah, merkte ich, wie verletzend diese Worte sein mussten. Denn er wurde noch nicht einmal wütend, sondern ging wortlos weg.

Seit dem höre ich einfach nicht mehr auf meine Freunde, sondern säge lieber jemanden zu schnell ab, als dass ich krampfhaft versuche ein Gefühl herbeizuführen, von dem ich weiß, dass es sowieso nicht kommen wird.

He said:

“Sorry, es hat einfach nicht gefunkt”: die einfachste, aber auch wirklich schlimmste Ausrede, die ich bisher von Frauen bekommen habe, wenn sie nach dem ersten Date keinen Bock mehr auf mich hatten. So viel Verständnis ich für dieses Argument auch habe, lässt es mich manchmal ein bisschen ratlos zurück.

Beste Beispiel: Wir hatten ein wirklich schönes Date, haben uns gut unterhalten und viel gelacht. Der Abend wurde lang, aus kuscheln wurde irgendwann auch knutschen und sie hat sogar bei mir übernachtet. Wir hatten beide jedoch keine Lust mehr auf One-Night-Stands, von denen man danach nie wieder was hört. Also hatten wir beschlossen, nicht miteinander zu schlafen, um der Sache nicht direkt beim ersten Date diesen Anstrich zu verpassen und uns irgendwas kaputtzumachen. Eigentlich ein romantischer Gedanke.

Nachdem wir einen Tag nichts voneinander gehört hatten, schrieben wir am Tag danach nur zwei, drei kurze Nachrichten. Am Abend bekam ich dann einen längeren Text, in dem sie mir erklärte, es hätte nicht richtig gefunkt und sie sieht keinen Sinn, das weiter auszubauen. Ich bedankte mich bei ihr für ihre “offenen Worte”, im meinem Kopf gab es aber nur ein großes “HÄ?”

Aber hey, immerhin noch besser als geghostet zu werden.

Es gibt kein passendes Argument gegen ausbleibende Funken

Okay, ich gebe zu, dass auch ich diesen Satz vielleicht schon ein- oder zweimal als billige Ausrede benutzt habe, um mich nicht weiter mit ihr beschäftigen zu müssen. Und das, obwohl es wirklich schöne Dates und Abende waren.

“Vielleicht ist es doch besser, sich einfach mal Zeit zu nehmen und den anderen wirklich über mehrere Dates wirklich kennenzulernen.”

Es gibt darauf auch einfach keine passende Antwort, um jemanden doch noch von einem zweiten Date zu überzeugen. Niemand wird sagen: “Ich werde dir zeigen, wie beim zweiten Date die Funken fliegen!” Wie soll das auch funktionieren, schließlich weiß nicht einmal meine Co-Kolumnistin, was es braucht, um bei ihr die Funken fliegen zu lassen.

Doch manchmal denke ich, dass wir es uns aufgrund unserer unerschöpflichen Möglichkeiten durch die Vielzahl an Dating-Apps zu einfach machen. Es hat nicht gefunkt? Naja, egal, dann eventuell bei der Nächsten. Ich hab ja noch ein paar Matches offen.

Vielleicht ist es doch besser, sich einfach mal Zeit zu nehmen und den anderen wirklich über mehrere Dates wirklich kennenzulernen. Wenn sich dann nach dem achten Date ein gewisses Gefühl von gleichgültig einstellt, sind die ausbleibenden Funken ein berechtigter Grund den anderen abzusägen.

Aber dann auf eine charmantere Art als zu sagen, dass der andere einem nicht egal, aber irgendwie auch nicht wichtig ist.

Die Coronazahlen in Deutschland schießen in die Höhe, die Ampelkoalition plant verschärfte Restriktionen für Ungeimpfte und die Impfquote liegt weiterhin unter 70 Prozent. Die deutsche Unwilligkeit zur Impfdosis nahmen sich bekannte Persönlichkeiten aus Kultur und Politik am Sonntag und Montag zum Anlass, um mit einem Hashtag für die Spritze zu werben: #AllesInDenArm. Mit dabei sind diverse Mitglieder des Deutschen Bundestags, die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig und der Musiker Smudo.

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