Sie hat Lust hinaus Höchstleistung – Regensburg – News

Anne Toffel brennt für ihren Beruf. Die zarte 49-Jährige bringt Sportler in Top-Form. Jetzt sagt sie ihrer Klinik Bye-Bye.

von Marianne Sperb

Anne Toffel brennt für ihren Beruf. Bei der ehemaligen Leistungssportlerin fühlen sich auch Top-Sportler in besten Händen. Foto: Marianne Sperb

Regensburg.Anne Toffel wirkt zart und könnte ohne Weiteres als Studentin durchgehen, aber von
dem ersten Eindruck sollte man sich nicht täuschen lassen: Die 49-Jährige zeigt sich
im Gespräch ziemlich taff und ziemlich ehrgeizig. Die Ausnahme-Physiotherapeutin hat
Bock auf Höchstleistung – und plant jetzt einen Wechsel.

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Anne Toffel hat sich in ihren knapp 20 Jahren bei der Asklepios Klinik in Bad Abbach
einen Namen gemacht. Tausende Patienten kennen die Physiotherapeutin und auch internationale
Kaderathleten fühlen sich bei ihr in besten Händen. Ihr Chef, Professor Dr. Joachim
Grifka, schwärmt geradezu von seiner Mitarbeiterin und ihrer Einsatzfreude: „Sie lebt
für die Patienten, betreut sie auch am Wochenende und an Feiertagen und kennt keine
zeitliche Einschränkung“, unterstreicht der Direktor der Orthopädischen Klinik und
Poliklinik für die Uni Regensburg am Asklepios Zentrum Bad Abbach. In Kürze verliert
er seine Top-Frau: Anne Toffel verlässt Asklepios.

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„In Bad Abbach konnte ich mich entwickeln. Die

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Zusammenarbeit mit Professor Grifka

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war super. Aber inzwischen bin ich da rausgewachsen“, sagt die Regensburgerin, die
aus Braunschweig stammt und nach Stationen in Wolfsburg, Göttingen und Ludwigshafen
an der Donau vor Anker gegangen ist.

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Sport begleitet Anne Toffel schon seit Teenagerzeiten. Als Läuferin holte sie respektable
Erfolge. 1998 lief sie in Hamburg mit 2 Stunden, 47 Minuten ihre schnellste Zeit über
die klassische Marathon-Distanz. Drei Titel bei deutschen Meisterschaften – ein zweiter,
zwei dritte Ränge – stehen in ihrer Bilanz als Leistungssportlerin. „Die Affinität
zur Sportlerbetreuung kam da ganz von selbst.“

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In Regensburg war anfangs die LG Domspitzmilch die sportliche Heimat von Anne Toffel,
mit Kurt Ring als Trainer. Heute läuft sie zur Entspannung, wie sie sagt, mehrmals
die Woche sechs bis zehn Kilometer, und geht ab und zu schwimmen. Stundenlang laufen,
für andere eine abschreckende Vorstellung, war für Anne Toffel eine Freude. „Leistungssport
machte mir brutal viel Spaß.“ Was sie antrieb? „Man ist fokussiert auf ein Ziel, das
passt einfach zu mir. Man schaltet ab, man braucht keine große Ausstattung, kein spezielles
Wetter, keine Buchung. Der Sport ist unkompliziert“, zählt sie auf, und: „Ich hab′
mich schon auch gern gequält.“

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Anne Toffel reizt es, hohe Ansprüche zu erfüllen, auch beruflich. Wer Top-Athleten
betreut, muss sich fachlich ständig weiterbilden. Die ganzheitliche Sicht auf den
Körper interessiert sie, Osteopathie etwa, die nicht nur Knochen, Sehnen, Bänder,
sondern auch Organe und Kopf einbezieht. Neben zahlreichen Zusatzausbildungen hat
Anne Toffel auch die Qualifikation des Deutschen Olympischen Sportbundes erworben,
das Ticket also, um mit dem deutschen Kader zu den Olympischen Spielen zu reisen.
Für Bad Abbach arbeitete sie sogar ein Konzept aus, um die Asklepios Klinik zum Olympiastützpunkt
aufzubauen, aber die Pläne blieben dann Papier. Ab Dezember wechselt sie nun nach
Donaustauf, zu Eden Reha, der

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Top-Adresse für Top-Sportler.

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Mit Erfolgssportlern hat Anne Toffel Erfahrung. Sie betreute einige Jahre Biathlet
Michael Rösch, Olympia-Goldmedaillen-Gewinner, das Regensburger Lauf-Ass Corinna Harrer,
die gerade erst, Mitte Oktober, in München Deutsche Meisterin im Marathon wurde, außerdem
die Jugend-Basketball-Nationalmannschaft und Henry Uhlig, das junge Radsporttalent
aus Regensburg, das im August 2021 hinter Schrittmacher Gerd Gessler deutscher Meister
im Derny-Rennen wurde.

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Warum vertrauen ihr Sportler ihr wichtigstes Kapital, den Körper, an? Anne Toffel
zuckt erst mal mit den Schultern und sagt dann: „Die Chemie muss passen, natürlich
auch die Kompetenz.“ Die eigene Erfahrung als Läuferin hilft ihr oft, herauszufinden,
wo es hakt, wenn es hier oder da schmerzt. Was ebenfalls zählt: „Für Sportler ist
es wichtig, dass schnell behandelt wird. Wenn Corinna Harrer am Samstag anrufen würde,
weil sie umgeknickt ist, kann ich nicht sagen: Am Montag schau ich mir die Sache mal
an.“

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Hoher Anspruch reizt sie

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Die Physiotherapeutin freut sich auf

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Donaustauf und Eden Reha

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. Ihr imponiert, wie Klaus Eder als Pionier seines Fachs seine Ziele verfolgt und
immer weiter gesteckt hat. „Und zwar nicht über vier Jahre, sondern über 40 Jahre
hinweg. Dazu muss man schon sehr fleißig sein und sehr straight“, sagt sie anerkennend.
„Eder und sein Team wollen höchstes Niveau. Darauf hab′ ich total Lust.“

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Marianne Sperb

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