Schweiz: Kreislaufwirtschaft denn Unwägbarkeit z. Hd. die Wirtschaft

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1.2.2021
Report von WWF und PwC :Potential von Kreislaufwirtschaft wird in der Schweiz zu wenig ausgeschöpft. Kreislaufwirtschaft könnte ein grosser Hebel zur Erreichung der Schweizer Klimaziele sein.

Zürich – Der weltweite Verbrauch an natürlichen Ressourcen hat sich seit 1970 mehr als verdreifacht. Die Menschheit verbraucht heute jedes Jahr 60 Prozent mehr Ressourcen, als die Erde zur Verfügung stellen kann. Allerdings sind wir Menschen von einem gesunden Planeten und seinen Ökodienstleistungen abhängig.

«Wir müssen eine Wirtschaft gestalten, die unsere Lebensgrundlagen bewahrt statt bedroht», sagt Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz. «Die Kreislaufwirtschaft ermöglicht uns, ökonomischer mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zu wirtschaften.» Das derzeitige lineare Herstellen-Konsumieren-Wegwerfen-System erzeugt Unmengen von Abfall und ist ein gigantischer Verlust an Wertstoffen. Etwa 65 Milliarden Tonnen Rohmaterialien flossen 2010 in das globale Wirtschaftssystem ein. 2020 sollen es über 100 Milliarden Tonnen sein. Aber nur 8,6 Prozent des Ressourcenverbrauchs sind zirkulär. Über 90 Prozent der primären Ressourcen gelangen also nicht wieder in den Ressourcenkreislauf zurück.

WWF und PwC Report «Kreislaufwirtschaft» zeigt Chancen auf

Die Schweiz recycliert zwar mehr Abfall als die meisten ihrer europäischen Nachbarn, aber sie ist auch eine Nation, die einen grossen Ressourcenverbrauch hat und viel Abfall produziert. So ist der materielle Fussabdruck der Schweiz mit 16.8 Tonnen pro Kopf wesentlich höher als der EU-Durchschnitt von 14.5 Tonnen pro Kopf (2018). Wie die Schweiz dank Kreislaufwirtschaft ein nachhaltiges Wirtschaftssystem entwickeln und einen wichtigen Beitrag zu ihren Klimazielen leisten kann, legen WWF Schweiz und PwC Schweiz im Report «Circularity as the new normal: Future fitting Swiss businesses» vor.

Darin analysieren die Autoren den Stand und die besonderen Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft für den Finanz-, Lebensmittel-, Textil-, Pharma- und Uhren und Schmucksektor. Sie schlagen vier geeignete Kreislaufstrategien und Innovations-Beispiele für die Schliessung (Closing), Verlangsamung (Slowing) Verringerung (Narrowing) und Wiederherstellung (Regenerating) von Material- und Energiekreisläufen vor. Der Report zeigt konkrete Lösungen auf und wendet sich an Unternehmen, politische Entscheidungsträger und Bevölkerung.

«Schweizer Unternehmen würden entscheidend von einer Kreislaufwirtschaft profitieren, da sie den Verbrauch von Ressourcen reduziert und eine widerstandsfähigere Wirtschaft und Gesellschaft formt. Gleichzeitig reduziert sie systemische Risiken für Unternehmen wie beispielsweise die Abhängigkeit von Ressourcen», sagt Günther Dobrauz, Partner Legal bei PwC Schweiz. PwC und WWF ziehen in ihrem Report folgende Schlüsse: Die Kreislaufwirtschaft ist ein Multi-Milliarden-Franken Wirtschaftsmodell für die Schweiz, sie schafft für Schweizer Unternehmen eine geringere Abhängigkeit von Ressourcen, aber auch Zugang zu neuen Märkten, zu Innovationen und Investitionen. Eine Chance ist sie aber auch für die Schweizer Finanzindustrie, der sie neue Geschäftsfelder eröffnet.

Covid-19 hat uns gezeigt, wie fragil das Gleichgewicht zwischen einer gesunden Umwelt und der Wirtschaft ist. Es liegt in unseren Händen, unsere Wirtschaft nachhaltiger und widerstandsfähiger zu machen. Die Kreislaufwirtschaft kann uns dabei helfen, die drohenden Geschäftsrisiken der linearen Wirtschaft abzufedern. Jetzt, wo Corona-bedingt eine wirtschaftliche Umbruchsphase stattfindet, müssen wir die Chancen der Kreislaufwirtschaft nutzen. Auch mit Blick auf die EU − den grössten Handelspartner der Schweiz, ihre Kreislaufstrategie und die damit verbundenen künftigen Vorschriften.

Die Chance packen

– WWF und PwC empfehlen unter anderem:

– Die Entwicklung einer nationalen Kreislaufstrategie mit messbaren Zielen

– Nicht nur Recycling, sondern die nachhaltige Kreislaufwirtschaft von Beginn an einplanen

– Den Einfluss des Schweizer Finanzsektors zur Förderung von Kreislaufinvestitionen einbeziehen

– Das Augenmerk auf die Gesamtauswirkungen der Schweizer Industrie richten und auf die Schweizer Klimaziele hinarbeiten.

Artikel Online geschaltet von: / Doris Holler /