„Schwarze Hochzeit“ am Balkanstaaten: Wenn eine junge die noch kein Kind geboren hat, zusammensetzen Verstorbenen heiratet

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Alte traditionelle Bräuche, schwarze Magie und ähnliches werden am Balkan immer wieder gerne aufgegriffen. So auch die „Schwarze Hochzeit“, eine Tradition, die dank einer TV-Serie für große Aufmerksamkeit sorgte. Nur steckt hinter diesem Brauch?

Die „Schwarze Hochzeit“ (crna svadba) geht auf einen alten Ritus der Vlasi (auch als Walachen), einer rumänischsprachigen Minderheit am Balkan, zurück. Dabei wird ein junger heiratsfähiger Mann in einem Hochzeitsanzug begraben, während seine Verlobte oder eine andere Frau im Hochzeitskleid der Beisetzung beiwohnt.

Jeder bei der Beerdigung ist festlich gekleidet und auch die Deko ähnelt jener einer Hochzeit. Die Prozession zieht durchs Dorf. Auch die balkantypische Blasmusik darf nicht fehlen. Jedoch gibt es einen gravierenden Unterschied: Freude empfindet bei diesem Umzug keiner, vielmehr wird standesgemäß um den Verstorbenen getrauert.

Am Friedhof angekommen wird die serbische Fahne, die man traditionell auf Hochzeiten trägt, gebrochen. Daraufhin folgt eine Pomana, ein klassisches Totenritual der Vlasi. Der Totenkult wird feierlich gepflegt und in den Ritualen wird alles für den Verstorbenen getan, damit seine Seele auf dem kalten, finsteren und einsamen Weg ins Paradies nicht leiden muss.

Schwarze Hochzeit in Ranovac
Im Jahr 2003 ereignete sich eine Tragödie, als ein junger Mann aus dem Dorf Ranovac im See ertrank. Nachdem die Großmutter des Verstorbenen von dessen Hochzeit geträumt hatte, beschloss die Familie, eine schwarze Hochzeit zu organisieren.

Die beste Freundin des jungen Mannes stimmte zu, bei diesem Ritual als „Braut“ zu fungieren. Sie musste sich dazu verpflichten, einige Regeln zu befolgen. Ein Jahr war es ihr nicht erlaubt, sich zu verlieben, einen Partner oder gar Sex zu haben. Nach einem Jahr wurde die „Schwarze Hochzeit“ aufgelöst und die Frau konnte ihr Leben wie gewohnt weiterleben.

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