Schüler müssen mehr über Wirtschaft lernen.

Junge Menschen müssen im Unterricht mehr über Wirtschaft und Finanzen lernen. Dies wird seit Jahrzehnten gefordert, doch geht es in den Schulen nur im Schneckentempo voran, Schüler wissen nach wie vor wenig darüber. In der älteren Bevölkerung dürfte die Lage angesichts der schon immer unzureichenden ökonomischen Schulbildung nicht viel besser sein. Das mindert die politische Mündigkeit vieler Bürger.

Beispiel Inflation: Die ist derzeit hoch. Wie gefährlich ist das, wie kann man sie mit welchen Nebenwirkungen in den Griff kriegen? Nach einer Umfrage des Bankenverbands kann die Hälfte der 16- bis 24-Jährigen mit dem Begriff Inflation nichts anfangen. Wer nichts darüber gelernt hat, die Rolle der Notenbanken und das Zusammenspiel mit der Politik nicht kennt, kann über dieses alle Menschen stark betreffende Thema rein gar nichts sagen – und glaubt viel eher den leeren Versprechen von Populisten und Demagogen.

Beispiel private Altersvorsorge: Nicht jedes Instrument kann in der Schule behandelt werden; aber warum es wichtig ist, schon früh für das Alter privat vorzusorgen, muss jeder Schüler lernen. Sonst steht am Ende wahrscheinlich besser da, wer aus einem ökonomisch kundigen Elternhaus kommt. Das ist schlecht für die anderen, ungerecht und schwächt den sozialen Zusammenhalt. Eine solide Finanzbildung mag gut für den Geldbeutel sein, wichtiger ist sie aber für die Demokratie.