“Schaden zu Händen Wirtschaft”: WKO Freistadt zu Händen raschen Sulfur-10-Lückenschluss

WKO-Freistadt-Obmann Christian Naderer sieht eine Verzögerung beim Weiterbau der S 10 als peinlich und schadhaft für die Wirtschaft. 

BEZIRK FREISTADT, RAINBACH. „Wir dürfen es nicht übertreiben und uns mit politischem Taktieren und weiteren Verzögerungen beim Lückenschluss der S 10 international, vor allem gegenüber Tschechien, lächerlich machen“, warnt Christian Naderer, Obmann der WKO Freistadt. „Ich fordere Ministerin Leonore Gewessler auf, die zwischenstaatliche Realität anzuerkennen und die S-10 als TEN-Strecke ganz rasch von einem zusätzlichen Evaluierungsprozess auszunehmen.“

Gemeinsamer Lokalaugenschein

Gemeinsam mit der Südböhmischen Wirtschaftskammer hat die WKO Freistadt kürzlich die Brisanz der Thematik diskutiert und einen Lokalaugenschein an der geplanten Übergangsstelle zwischen S 10 und D3 (Dálnice 3) an der Grenze bei Dolny Dvoriste und Wullowitz vorgenommen. Diese wurde bereits im April 2017 in einem Staatsvertrag zwischen Österreich und Tschechien fixiert. Ludek Keist, Direktor der Südböhmischen Wirtschaftskammer: „Wir sind verwundert, dass dieser grenzüberschreitende Verkehrsweg nun trotz des abgeschlossenen Staatsvertrages von einem Regierungsmitglied in Frage gestellt wird.“

Die WKO Freistadt macht klar, worum es in der Frage geht: Die S 10 ist Teil der TEN (Trans-Euro-pean Networks). In Verbindung mit der Autobahn D3 in Tschechien gehört die S 10 zur kürzesten Straßenverbindung von der deutschen Ostsee über Tschechien und Österreich bis zur slowenischen Adria. Von Berlin bis Koper sind es dann exakt 1.028 Kilometer. Die D3 ist die Autobahn auf der Trasse Prag–Tábor–Budweis–Dolny Dvoriste.

D3 bis zur Grenze spätestens 2026 fertig

Otakar Vesely, Präsident der Südböhmischen Wirtschaftskammer, hat aktuell in einem Gespräch mit der zuständigen Direktorin für Autobahnausbau in Budweis den Planungsstand zur D3 in Süd-böhmen erörtert: „Der Bau liegt genau im Zeitplan, die D3 wird in einzelnen Abschnitten zwischen Budweis und Dolny Dvoriste gebaut, ein Teilstück südlich von Budweis wird als Tunnel projektiert. Die D3 wird demnach spätestens im Jahr 2026 bis an die österreichische Grenze fertig gebaut sein.“ Christian Naderer sieht daher Österreich stark gefordert:

„Für das 7,1 km lange Teilstück der S 10 von Freistadt Nord bis Rainbach muss umgehend nach dem zu erwartenden positiven UVP-Bescheid das weitere Planungsverfahren starten, damit 2023 mit dem Bau begonnen werden kann. Für das 8,5 km lange verbleibende Teilstück von Rainbach bis zur Grenze in Wullowitz muss rasch das Einreichprojekt gestartet werden.“

S 10 als Wirtschafts- und Wohlstandsachse

Dietmar Wolfsegger, Leiter der WKO Freistadt, erläutert die Bedeutung der S 10 als Wirtschafts- und Wohlstandsachse: „Die TEN sind ein Beitrag der Europäischen Union zur Entwicklung des Binnenmarktes und zur Verbesserung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhaltes der Union. Die Wirtschaft in Oberösterreich und Südböhmen hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten immer dichter miteinander verflochten. Zudem werden die wirtschaftlichen Entwicklungmöglichkeiten in Tschechien weiterhin als sehr gut eingeschätzt.” Das Verkehrsaufkommen bei Wullowitz lag im Jahr 2019 bei rund 7.500 Fahrzeugen täglich. Für das Jahr 2035 werden rund 20.100 Kraftfahrzeuge prognostiziert. Wolfsegger: “Wer eine Verzögerung bei der S 10 in Kauf nimmt, ignoriert Fakten und europäische Grundsätze. Die S 10 ist unverzichtbar und nicht aufzuhalten.“

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