Rhenium: Muss man ausprobieren, sonst versteht ma… | Forum

peter-pano schrieb am 14.01.2022 09:01:

man darf dann halt für seinen 8000€ Body bezüglich Schärfentiefe nur keine Erwartungen haben, die über eine durchschnittliche Handy-Kamera hinausgehen.

Immer noch unklar. Viellicht kannst Du die Unwissenden erleuchten, was das bedeuten soll.

Das hat er recht deutlich getan. Du willst es nur nicht wahr haben. Deine Aussage(n) war(en) zusammengefasst:
Man kann total einfach manuell auf den Punkt scharfstellen. Dafür muss man nur eine kurze Brennweite und eine kleine Blendenöffnung nehmen.

Nur stellst Du damit halt nicht mehr auf einen Punkt scharf, sondern Du verschleierst den Schärfepunkt in einem hyperfokalen Bild. Das hat den dann den Charme eines Fotos aus einem Handy oder einer Ritsch-Ratsch-Klick aus den 80ern.

Ich habe selbst mit Schnittbild, Messsucher, modernem AF in DSLR und in SLR fotografiert. Mit Messsucher kann man viel machen, ist aber deutlich eingeschränkter als mit Sucherkameras bzw LiveView und der AF ist treffsicherer als der manuelle Fokus. Der AF gleicht auf Wunsch kontinuierlich Distanzänderungen aus, so dass auch ein Portrait bei 85/1,2 auf der Pupille scharf bleibt, auch wenn Model und/oder Fotograf schwanken – was alle Menschen tun.
Ich kenne Leute, die seit Jahrzehnten mit Messsucherkameras fotografieren und die Dinger lieben. Zu Hochzeiten nehmen sie aber keine M mit, sondern die SL. (Genau genommen nehmen sie beide mit, aber die SL kann für jedes Foto sinnvoll genutzt werden, die M eben nicht. Die kommt dann mehr aus Show-Gründen ab und zu zum Einsatz.)

Der Messucher ist gut nutzbar bei kurzen Brennweiten, bei längeren schon alleine wegen des immer kleiner werdenden tatsächlich genutzten Ausschnitts nicht mehr.
Distanzänderungen von Hand nachführen kann kein Mensch treffsicher bei dünnen Schärfeebenen.
Mit MF früher habe ich vorfokussiert und dann im richtigen Moment ausgelöst. Das ging, ja, aber man hatte die Chance auf genau 1 richtigen Moment. Mit modernen Spiegelreflexkameras habe ich, gerade bei Hochzeiten, immer Serien von 4-6 Fotos gemacht, um sicher eines mit perfektem Fokus zu haben. Seit ich die R5 nutze, mache ich noch 2-3. Dabei geht es nur noch darum, nicht gerade das Blinzeln erwischt zu haben, der Fokus sitzt auf allen perfekt bis sehr gut.

Ich bin kein Freund von millimeterdünnen Schärfeebenen, aber auch bei einem Portrait 85/2,4 sieht man recht deutlich, ob das Zentrum der Schärfe auf der Pupille liegt oder auf den Wimpern.

Die Leicas haben ihre Vorzüge und Nischen, in denen sie perfekt passen. Es gibt aber auch reichlich Einsatzszenarien, wo sie bestenfalls zweitbeste Wahl sind. Das kann man nicht weg-ideologisieren.