Projekt zum Mitmachen zu Händen Frida Kahlo-Fans in Pforzheim – Kultur

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Pforzheim. Frida Kahlo ist eine Künstlerin mit außerordentlich hohem Bekanntheitsgrad. Das liegt an ihrer bewegten Lebens-, Liebes- und Leidensgeschichte, an ihrer starken Persönlichkeit und nicht zuletzt an ihrem unverwechselbaren, farbenfrohen künstlerischen Werk, das Einflüsse aus zwei Kulturen – der deutschen und der mexikanischen – vereint.

Ein zweiteiliges Kunst-, Kultur und Teilhabeprojekt mit dem Titel „Wir und Frida“ ist jetzt an den Get started gegangen.

Kuratorin Regina M. Fischer hat im Auftrag des Kulturamts die Vorarbeiten geleistet und betreut die weitere Entstehung. Eleni Engeser vom Kulturamt hat die Web-site eingerichtet, welche für die kommenden beiden Jahre Aktionsplattform für das ungewöhnliche Projekt sein wird, das die beiden Akteurinnen zusammen mit Kulturamtsleiterin Angelika Drescher bei einer Pressekonferenz in der Pforzheim Galerie vorstellten.

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Vater der Kunst-Ikone Frida Kahlo: Pforzheim plant großes Projekt um Guillermo Kahlo

Frida Kahlo ist in Mexiko geboren, aufgewachsen und hat dort gelebt und gearbeitet. Der Bezug zu Pforzheim entsteht durch ihren Vater, den Fotografen Wilhelm (Guillermo) Kahlo, der aus Pforzheim stammt, 1890 nach Mexiko auswandert und nacheinander zwei indigene Mexikanerinnen heiratet – sehr ungewöhnlich für die deutsche Gemeinschaft in Mexiko, die sich üblicherweise hermetisch abriegelte. Frida ist eine von sechs Töchtern des Pforzheimers mit einer außergewöhnlichen künstlerischen Begabung und einem – nach Kinderlähmung und einem schrecklichen Unfall – schweren Leidensweg. Dramatisch ihre Liebesbeziehung zu dem Bildhauer Diego Rivera, den sie zwei Mal heiratet.

An Frida ist alles ungewöhnlich, und genau das ist wahrscheinlich der Grund, warum sie so viele Menschen fasziniert. Regina M. Fischer möchte möglichst viele Menschen animieren, ihre Sicht, ihr Verständnis von Frida, ihre Begeisterung für ihr Schaffen und ihre von der Volkskunst beeinflusste Kleidung öffentlich zu machen. Aus Statements, Fotos, vielleicht auch familiären Beziehungen oder Erinnerungen soll ein Reservoir entstehen, das alle zwei Wochen auf der Internetseite eingestellt wird und in etwa zwei Jahren in eine geplante Ausstellung einfließen soll.

760_0900_132016_Frida_Kahlo_by_Guillermo_Kahlo.jpg Frida Kahlo Foto: Guillermo Kahlo

Fischer selbst, die familiäre Bezüge nach Mexiko hat, macht sich auf eine filmische Spurensuche zu Wilhelm Kahlo, seiner Lebensgeschichte in Pforzheim, Baden-Baden und Mexiko sowie zur Geschichte der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie und stellt Bezüge zum Schaffen seiner berühmten Tochter her. Der erste Movie ist auf der Web site www.pforzheim.de/wir-und-frida bereits hochgeladen und wird entlang eines Zeitstrahls mit relevanten Daten (darunter Geburts- und Todestage, Hochzeiten) erweitert.

Es gibt bereits Companion wie das Stadtarchiv, das Urkunden zusammengestellt hat. Kooperationen mit dem Schmuckmuseum (Volkstradition des sich Schmückens), der VHS (mexikanischer Kochkurs), dem Stadttheater (Kostüme im Frida-Stil) sind angedacht, ebenso die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlern wie Alfred Müller und Dorothea Rogulja Wagner aus Pforzheim und dem Berliner Tätowierer Adrian Machete. Gesetzt für die Ausstellung sind bereits acht bis zehn kleinformatige Gemälde und Skizzen von Wilhelm Kahlo, die als Leihgabe nach Pforzheim kommen. Der – wohl unrealisierbare – Wunschtraum wäre natürlich ein Originalwerk von Frida. Ein Selbstporträt kommt im November bei Sotheby’s in New York unter den Hammer. Erwartet werden dafür mehr als 25 Millionen Euro.

760_0900_132018_Guillermo_Kahlo_Self_portrait_Google_Art.jpg Wilhelm Kahlo. Foto. Google Art Venture

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