Projekt stellt Weltzeituhr mit Blockchain-Technologie vor

Ein neues Projekt von IO Global ermöglicht es, Uhren global zu synchronisieren und eine manipulationssichere Zeitquelle zu schaffen. Anwendungsbereiche, die davon profitieren, sind beispielsweise das IoT oder Finanzsysteme.

Ein aktuelles Forschungsprojekt unter Federführung von IO Global hat sich zum Ziel gesetzt, die zentrale Zeitmessung mithilfe der Blockchain neu zu definieren. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor, die BTC-ECHO vorliegt. Die Blockchain kann demnach dazu dienen, Uhren global zu synchronisieren und so eine für eine zuverlässige und manipulationssichere globale Zeitquelle zu sorgen. Diese unfälschbare und unangreifbare Präzision kann für viele Anwendungen von Nutzen sein. Dazu zählen Internet of Things- (IoT)-Geräte, Messgeräte in Lieferketten und verteilte Systeme. Insbesondere dort, wo die Störung einer zentralen Uhr ein Sicherheitsrisiko bedeuten würde, ist der Einsatz der neuen Technologie von zentraler Bedeutung. 

Der Namen des Projektes Ouroboros Chronos verweist auf das Ouroboros-Protokoll. Dies ist der Konsens-Algorithmus, der der Cardano-Blockchain zugrunde liegt und von IO Global entwickelt wurde. Viele IT-Systeme verwenden nämlich das Network Time Protocol (NTP) als zentralen Zeitgeber. Dieses ist jedoch Störungen und auch möglichen Cyberattacken ausgesetzt. Forschungseinrichtungen weltweit greifen auf zum Teil auf andere Synchronisationsmechanismen zurück. Diese Uhren mit unterschiedlichen Frequenzen aufeinander abzustimmen ist jedoch sehr zeit- und kostenaufwändig.

Die Synchronisierung von Uhren ohne einen zentralen Zeitnehmer ist für die Schaffung eines wirklich robusten dezentralen Finanzsystems von wesentlicher Bedeutung. Wir haben zum ersten Mal einen Blockchain-Mechanismus entwickelt, der es einer Vielzahl von Parteien ermöglicht, ihre lokalen Uhren so zu kalibrieren, dass sie konsistent sind. Indem wir eine auf der Blockchain basierende globale Uhr geschaffen haben, haben wir auch den Weg für eine zuverlässige, manipulationssichere Zeitquelle mit vielen möglichen externen Anwendungen geebnet

, so Professor Aggelos Kiayias, Direktor des Blockchain Technology Laboratory an der Universität von Edinburgh und Chief Scientist bei IO Global. 


Fälschungssicherer Zeitstempel bei Krypto-Transaktionen

Auch die Welt der Kryptowährungen soll von Ouroboros Chronos profitieren. Das Blockchain-Protokoll ermöglicht es nämlich auch, Transaktionen mit einer kryptografisch sicheren Zeitquelle zu versehen. Diese ist frei von den Schwachstellen extern gehosteter Uhren und macht Krypto-Transaktionen widerstandsfähiger gegen Angriffe, die auf Zeitinformationen abzielen. Dazu verweist die Mitteilung auf eine kürzlich von der britischen Regierung durchgeführte Studie “Blackett Review“.  Das Ergebnis: Der Bedarf an zuverlässigeren Zeitdaten und die gefährliche Abhängigkeit kritischer Sektoren von globalen Navigationssatellitensystemen (GNSS) ist sehr hoch.

Ouroboros Chronos bietet jedoch eine genaue Zeitangabe und damit eine vollständige Rückverfolgbarkeit aller Transaktionen und soll damit auch ihren Beitrag zu vollständig überprüfbaren und Betrugs-sicheren Finanzsystemen leisten. Schon heute wird die Cardano-Blockchain eingesetzt, um die Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Nachhaltigkeit vieler Lieferketten zu verbessern.


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