Politik lässt sich von Wissenschaft darüber hinaus Klimakrise informieren

Heute Montag haben sich Politiker in Bern von Forschenden über den Klimawandel informieren lassen. Nationalratspräsidentin Kälin hofft auf mehr Dialog.

Das Treffen wurde von Nationalratspräsidentin Irène Kälin mitorganisiert. – Keystone

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Das Wichtigste in Kürze

  • Heute haben Forschende Politiker in Bern über die Klimakrise informiert.
  • Eingeladen hatten Nationalratspräsidentin Kälin und Ständeratspräsident Hefti.
  • Ein Klima-Aktivist hatte seinen Hungerstreik nach Ankündigung des Treffens beendet.

Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft und Politik haben sich in Bern zum Thema Klima- und Biodiversitätskrise ausgetauscht. Die Politikerinnen und Politiker erhielten dabei Informationen aus erster Hand. Eingeladen hatten Nationalratspräsidentin Irène Kälin (Grüne/AG) und Ständeratspräsident Thomas Hefti (FDP/GL).

«Ein direkter Austausch schafft Verständnis», schrieb Kälin in der Einladung. Rund 100 Parlamentsmitglieder hätten am Treffen mit den Forscherinnen und Forschern im Nationalratssaal teilgenommen, berichtete die höchste Schweizerin am frühen Abend vor den Medien. Die Linke sei allerdings stärker vertreten gewesen.

Ständeratspräsident Thomas Hefti. – Keystone

«Grün denken und handeln darf keine Ideologie mehr sein, sondern muss zum Handlungsgrundsatz werden», hielt Kälin fest. Dafür brauche es die Politik. Die Politik habe es in der Hand, das nachhaltige Dreieck – das ökologische Gleichgewicht, die ökonomische Sicherheit und die soziale Gerechtigkeit – durchzusetzen.

Kälin will mehr Dialog zwischen Wissenschaft und Politik

Namhafte Wissenschafterinnen und Wissenschafter informierten die Ratsmitglieder über die Klima- und die Biodiversitätskrise und über Wege au der Krise. Der Austausch sei wichtig gewesen und ein erster Schritt zur künftigen Kommunikation zwischen Wissenschaft und Politik, bilanzierte die ETH-Professorin Sonia I. Seneviratne.

Auch Kälin hoffte, dass das Treffen zum Grundstein wird für eine Aktivierung des Dialogs von Wissenschaft und Politik. Gerade die Corona-Krise habe gezeigt, was der Austausch dieser beiden Seiten bringen könne.

Der Berner Professor Markus Fischer, Mitglied des Expertenrats des Weltbiodiversitätsrats, nannte es «extrem wichtig», in der Diskussion von der Wissenschaft und der Politik legitimierte Studien zu zitieren. Am Treffen wurde aus erster Hand der neuste Stand vermittelt, aufgrund der Berichte des Weltklimarates und des Weltbiodiversitätsrats.

Klima-Papi beendete wegen Treffen Hungerstreik

Angekündigt worden war das Treffen im Dezember. Ein Klima-Aktivist beendete nach der Bekanntgabe der Einladung einen 39-tägigen Hungerstreik. Der dreifache Familienvater sorgte sich vor allem um die Zukunft der Kinder. Vielen Parlamentariern scheine diese «erschreckende und dringende Realität» nicht bewusst zu sein, schrieb er damals.

Guillermo Fernandez Guillermo Fernandez sass auf dem Bundesplatz und streikte für das Klima. – Nau.ch/Aydemir Hüseyin

Während drinnen der Austausch von Politikerinnen, Politiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stattfand, demonstrierten draussen vor dem Parlamentsgebäude Aktivistinnen und Aktivisten für Massnahmen für ein gesundes Klima. Gegen 200 Personen mit Transparenten hatten sich Anfang Nachmittag versammelt.

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