Nachrichten aus der Wirtschaft am Samstag

Kiew will niedrigeren Preis für russisches Öl: Wirtschaft zerstören

KIEW: Die Ukraine hat die vom Westen beschlossene Preisobergrenze für russisches Öl von 60 Dollar je Barrel als zu niedrig bezeichnet. Um die Wirtschaft des russischen Feindes schneller zu «zerstören», sei es notwendig, den Preis auf 30 Dollar zu reduzieren, teilte der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Andrij Jermak, am Samstag in seinem Kanal des Nachrichtendienstes Telegram mit. Zugleich begrüßte er, dass die Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7) und Australien diese Preisobergrenze für Öltransporte auf dem Seeweg beschlossen hätten. Russland sieht darin einen Verstoß gegen die Gesetze des freien Marktes.

«Wir erreichen immer unser Ziel, und Russlands Wirtschaft wird dennoch zerstört werden. Und Russland wird selbst bezahlen und verantwortlich sein für Verbrechen», schrieb Jermak weiter. Die G7, Australien und die EU-Staaten hatten sich zuvor auf die Höhe eines Preisdeckels für russisches Öl geeinigt. Sie wollen Russland gemeinsam mit internationalen Partnern dazu zwingen, Erdöl von Montag an für zunächst höchstens 60 US-Dollar (etwa 57 Euro) pro Barrel (159 Liter) an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen.

Kreditwirtschaft will Girocard mit neuen Funktionen aufwerten

FRANKFURT/BERLIN: Die Girocard soll weitere Funktionen erhalten. Das kündigte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) als aktueller Federführer der Deutschen Kreditwirtschaft an. «Dabei geht es zum Beispiel um die Möglichkeit, eine Kaution zu hinterlegen, etwa bei der Reservierung eines Hotelzimmers oder eines Mietwagens», sagte die Stellvertreterin des BdB-Hauptgeschäftsführers, Henriette Peucker, der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. «Und auch darum, die Girocard konsequent auf das Smartphone zu bringen und so auch für In-App-Zahlungen zu öffnen.»

Ziel sei, auch im Wettbewerb mit anderen Bezahlverfahren Lücken bei der Girocard zu schließen, erläuterte Peucker. Die Girocard, die von vielen immer noch «EC-Karte» genannt wird, ist mit 100 Millionen ausgegebenen Exemplaren die mit Abstand am meisten genutzte Bankkarte in Deutschland. Peucker betonte: «Durch die Kündigung der Maestro-Funktion kann in der Öffentlichkeit fälschlicherweise das Gefühl entstanden sein, die Girocard sei nicht mehr so einsetzbar wie bisher. Aber das Gegenteil ist der Fall.»

Die Abschaffung der Maestro-Funktion – ein Angebot von Mastercard – greift zum 1. Juli 2023. Der Kreditkartenanbieter Mastercard hatte den Schritt unter anderem damit begründet, dass Karten mit der Maestro-Funktion mit vielen Online-Portalen nicht kompatibel seien. Bislang können Besitzer von Girokarten mit einem blau-roten Maestro-Logo auch im Ausland problemlos mit dieser Karte bezahlen sowie Geld abheben. Nach Angaben der DK wählen Banken und Sparkassen jetzt neue Partner für die Auslandsnutzung der Girocard oder haben die Funktion bereits ersetzt.