Nachdem Todesfall: Dänemark setzt Astrazeneca-Impfungen vorübergehend aus – Unterhaltung

Astrazeneca gab sich auf Anfrage zunächst zurückhaltend. Man sei sich der dänischen Entscheidung bewusst, sagte ein Konzernsprecher. “Die Sicherheit des Impfstoffs ist in klinischen Phase-III-Studien ausführlich untersucht worden und die von Experten begutachteten Daten bestätigen, dass der Impfstoff generell gut verträglich ist.”

Die Bundesregierung verwies auf laufende Untersuchungen auf EU-Ebene. Nach jetzigem Stand gebe es noch keine Hinweise darauf, dass der dänische Todesfall mit einer Corona-Impfung ursächlich in Verbindung stehe, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Berlin.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte den dänischen Schritt. “Der Impfstoff hätte aus meiner Sicht auf Grundlage eines Falles in Dänemark nicht gestoppt werden sollen”, schrieb er auf Twitter. Die Schädigung des Vertrauens sei immens. Thrombosen seien eine häufige Folge von Covid-19. Davor schütze der Impfstoff von Astrazeneca. Er bleibe dabei, dass der Impfstoff sicher sei. “Ich würde ihn jederzeit nehmen.”

Ein weiterer deutscher Experte hält einen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Todesfall für unwahrscheinlich. “Ein direkter Zusammenhang ist nicht richtig vorstellbar, das kann auch Zufall sein”, sagte Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg. “Gefäßverschlüsse sind weder in den Zulassungsstudien aufgetaucht noch bei den Impfungen in England, und dort ist man sehr wachsam.”

Wegen eines Todesfalls und drei Erkrankten hatte zuvor Österreich vorsorglich die Verwendung einer Charge des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca ausgesetzt. Insgesamt sei die Charge ABV5300 an 17 EU-Länder geliefert worden, jedoch nicht nach Deutschland, teilte die Europäische Zulassungsbehörde EMA am Mittwochabend mit. Sie umfasse eine Million Dosen. “Es gibt derzeit keinen Hinweis, dass die Impfung diese Zustände hervorgerufen hat, die nicht als Nebenwirkungen dieses Vakzins aufgelistet sind”, betonte die EMA, die einen möglichen Zusammenhang untersucht.

In Österreich hatte ein geimpfter Mensch eine Thrombose bekommen und war zehn Tage nach der Impfung gestorben. Bis zum 9. März bekamen zwei weitere Geimpfte ebenfalls eine Thrombose und zudem einer eine Lungenembolie. Alle hatten Impfstoff aus derselben Charge von Astrazeneca erhalten.

Bis 9. März seien insgesamt 22 Fälle von Thromboembolie, bei denen ein Blutgerinnsel ein Gefäß ganz oder teils verstopft, unter den drei Millionen mit dem Präparat von Astrazeneca geimpften Personen im Europäischen Wirtschaftsraum gemeldet worden, teilte die EMA mit. Nach den bisherigen Informationen sei die Zahl der Fälle von Patienten mit Blutgerinnseln nicht höher als allgemein in der Bevölkerung, sagte eine EMA-Sprecherin in Amsterdam. Die Experten würden aber weiterhin Berichte prüfen. Auch am Donnerstag sah die EU-Behörde keine Verbindung zwischen den Thrombose-Fällen und dem Präparat.

Die Charge ABV5300 war laut EMA-Mitteilung unter anderem nach Dänemark, Frankreich, die Niederlande, Polen, Spanien und Schweden geliefert worden. Vier belieferte Länder – Estland, Litauen, Luxemburg und Lettland – setzten vorsorglich Impfungen mit der Charge ebenfalls aus.

Ob der dänische Todesfall ebenfalls mit der Charge zu tun hat, wurde am Donnerstag von offizieller Seite nicht bestätigt. Die Zeitung “B.T” berichtete jedoch, dass es sich um eine 60-jährige Frau handele, die mit einem Blutgerinnsel gestorben sei. Ihre Impfung habe von derselben Charge gestammt wie diejenige, die die ums Leben gekommene Person in Österreich erhalten habe.

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