MRT-Hirnscanner verzerrt die Raumwahrnehmung – Spektrum dieser Wissenschaft

Mit der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) lässt sich das arbeitende Gehirn sichtbar machen. Nun haben Tübinger Hirnforscher herausgefunden, dass das bei dem Verfahren erzeugte Magnetfeld selbst unsere Gehirnleistungen beeinflusst und die räumliche Aufmerksamkeit verzerrt.

Ein MRT-Gerät erzeugt ein sehr starkes Magnetfeld, dessen Stärke in Tesla angegeben wird. In der Regel werden Tomografen von 1,5 bis 7 Tesla verwendet. Zum Vergleich: Das magnetische Feld eines 7-Tesla-Geräts ist etwa 140 000-mal stärker als das Erdmagnetfeld. Trotzdem ist eine MRT-Untersuchung unbedenklich und für den Körper nicht schädlich. Allerdings wird manchen Menschen etwas schwindelig, wenn sie in der Röhre liegen oder zu schnell aus dieser herausgefahren werden. Dass das Verfahren jedoch grundlegenden Einfluss auf die Wahrnehmung hat, ist neu.

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Aus vorherigen Studien wusste man bereits, dass das MRT-Feld Auswirkungen auf das Gleichgewichtsorgan im Innenohr hat. Die Wirkung ähnelt jener, die bei einer natürlichen Bewegung des Kopfes nach links oder rechts auftritt. In dem Fall kommt es zum vestibulookulären Reflex: Das Auge versucht, das Bild auf der Netzhaut durch gegenläufige Blickbewegungen zu stabilisieren, so dass ein Objekt weiterhin fixiert werden kann. Dass sich der Effekt auch auf das fMRT-Signal in Bereichen der Hinrinde auswirken kann, zeigte Marianne Dietrich von der Ludwig-Maximilians-Universität München bereits 2016.

Das Forscherteam um den Neurologen Hans-Otto Karnath vom Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung in Tübingen ging nun der Frage nach, ob sich bei MRT-Scans auch die räumliche Wahrnehmung der Probanden verändert.

Berlin Ernachrichten