Möglichkeiten und Risiken von klimaneutraler Wirtschaft: Jener Preis des Klimas



Mitte Juli in Erftstadt: Autos stehen auf der überfluteten Bundesstraße 265 im Wasser. Die deutsche Wirtschaft muss umgebaut werden, um den Klimawandel zu bremsen. Bis 2050 kann sie klimaneutral werden, ergab eine Studie des BDI.

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Nach dem Bericht des Weltklimarates wird deutlich: Die Welt muss klimaneutral werden. Wie kann der Wirtschaftsumbau in Deutschland gelingen? Der BDI erwartet gewaltige Kosten. Aber auch große Chancen.

Zum Klima zuerst eine gute Nachricht und dann eine schlechte. Die Gute: Die deutsche Wirtschaft kann bis 2050 klimaneutral werden, ohne in sich zusammenzufallen. Wenn man es richtig anpackt, sagen Fachleute, ist der gewaltige Umbau, der jetzt ansteht, sogar eine Chance auf neuen Wohlstand. Die schlechte: Das alles kostet unvorstellbar viel Geld.

Konrad Schuller

Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat vor einiger Zeit eine Summe errechnet. Im Laufe der nächsten drei Jahrzehnte wird Deutschlands Klimaneutralität zusätzliche Investitionen im Wert von 2,3 Billionen Euro nötig machen. Vieles kommt da zusammen: grüne Stahl- und Zementwerke, unzählige Windräder, neue Züge und Schienen, ein dichtes Netz von Ladesäulen für Elektroautos, dazu Wasserstofffabriken in großem Stil. Am Ende dann eben 2300 Milliarden. Zum Vergleich: Diese Zahl ist mehr als das Vierfache des Bundeshaushalts von 2021, und sie entspricht dem zweiunddreißigfachen Wert von Volkswagen, Daimler und BMW zusammen.