Microsoft präsentiert sein eigenes Metaversum

Zum zweiten Mal dieses Jahr veranstaltet Tech-Konzern Microsoft eine Hausmesse namens Ignite 2021. Mehr als 90 Services und Aktualisierungen stellt das Unternehmen laut einer Mitteilung vom 2. bis 4. November vor, darunter solche für die Cloud-Plattform Azure, die Business Software Dynamics 365, die Kollaborationslösung Microsoft Teams und die Produktivitäts-Suite Microsoft 365.

Ab ins Metaversum

Von all den Ankündigungen hebt Microsoft diesmal jene Produkte hervor, mit denen sich die physische und digitale Welt verbinden lassen. “Ein Metaversum kann helfen, sich in einer digitalen Umgebung zu treffen, diese Begegnungen durch die Verwendung von Avataren komfortabler zu gestalten und die kreative Zusammenarbeit von Menschen aus aller Welt zu erleichtern”, erläutert Microsoft das Buzzword “Metaversum”, welches zuletzt insbesondere durch Facebook-Gründer Marc Zuckerberg gehypt wurde. Microsoft biete heute schon diverse Lösungen für “Metaversen” an, teilt der Hersteller mit.

Als Preview-Version verfügbar ist neu “Dynamics 365 Connected Spaces”. Sie biete “eine neue Perspektive auf die Art und Weise, wie Menschen sich bewegen und mit nahezu jedem Raum interagieren”. Ebenfalls neu ist “Mesh für Microsoft Teams”. Die Lösung bezeichnet Microsoft als “Brücke zwischen realen und virtuellen Meetings”. Sie ermögliche personalisierte Avatare und immersive Räume, auf die Nutzerinnen und Nutzer von jedem Microsoft-Teams-fähigen Gerät zugreifen können. “Mesh” selbst hatte Microsoft bereits an der ersten Ignite 2021 im vergangenen März vorgestellt. Die Lösung soll in der ersten Jahreshälfte 2022 verfügbar sein.

Mit “Mesh for Teams” können Nutzerinnen une Nutzer mit personalisierten Avataren in virtuelle Räume eintreten. (Source: Microsoft)

KI, aber sicher

Schon länger pflegt Microsoft eine Partnerschaft mit OpenAI. So entstand bereits ein KI-Modell, das aus einem Satz in natürlicher Sprache automatisch Python-Code generiert. Neu, wenn auch vorerst nur auf Einladung, gibt es den Service Azure OpenAI, mit dem Kunden auf den KI-gesteuerten Sprachgenerator GPT-3 zugreifen können.

Dabei hebt Microsoft besonders die zusätzlichen Sicherheitsfunktionen hervor. Namentlich stehen Entwicklern Filter- und Moderationstools zur Verfügung, “damit die KI-Modelle in jeder Anwendung korrekt und nach ethischen Standards arbeiten”. Derart kann auch die erzeugte Sprache an den Kontext angepasst werden, “weil beispielsweise KI-generierte Sprache, die vielleicht für Videospiele angemessen ist, sich von einer Kommunikation mit der Geschäftsleitung unterscheiden kann”.

Hybrider und offener

Mit einer Reihe von Neuerungen geht Microsoft auf die Anforderungen des hybriden Arbeitens ein. Unter dem Namen Teams Connect erweitert das Unternehmen den Identitätsdienst Azure Directory. Neu lassen sich darin auch externe Personen oder Kommunikationsprozesse integrieren.

Etwas konkreter: Einerseits können externe Personen in unternehmensinterne Teams-Kanäle eingeladen werden, dort gemeinsame Besprechungen planen oder an Dateien arbeiten. Zudem ermöglicht es “Chat mit Teams”, mit Personen ausserhalb des eigenen Firmennetzwerks zu chatten. Sicherheits- und Compliance-Vorschriften des Unternehmens sollen laut Microsoft dabei eingehalten werden.

Einige weitere Neuerungen sind

  • Der Dienst Azure Arc, mit dem sich hybride und Multi-Clouds verwalten lassen, wird erweitert, zum Beispiel mit der Integration von VMware vSphere

  • Die Sicherheitslösung Defender for Business wurde bislang Grossunternehmen angeboten. Neu offeriert es Microsoft auch Unternehmen mit bis zu 300 Angestellten.

  • Mit der Customer Experience Platform stellt Microsoft eine Marketinglösung vor. Damit sollen Unternehmen die Customer Journey ihrer Kundinnen und Kunden personalisieren, automatisieren und orchestrieren können.

  • An Arbeitsteams richtet sich dagegen “Loop”. Das Tool könne “alles, was für ein Projekt benötigt wird – wie Dateien, Links und Daten aus anderen Anwendungen – in einem einzigen Arbeitsbereich organisieren und über alle Geräte hinweg synchronisieren”.

  • Weiterentwickelt werden auch diverse Branchen-Clouds. Jene für Finanzdienstleister und jene für Non-Profit-Organisationen sind inzwischen offiziell verfügbar. Die Cloud for Manufacturing und die Cloud for Sustainability gibt’s nun in einer Preview-Version.

Sämtliche Neuigkeiten zur Ignite 2021 stellt Microsoft im “Book of News” zusammen. Produktpräsentationen und Keynotes gibt es auf der Website des virtuellen Events.

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