Mensch könnte profitieren – Forschende finden hervor, welches ein Schwammerl mit nekrophilem Gleiten-Sex zu tun hat

Warum kennen männliche Stubenfliegen beim Anblick toter Weibchen kein Halten mehr? Diese Frage gibt Forschenden weltweit seit Jahren ein Rätsel auf. Bislang gab es nur Spekulationen. So wurde unter anderem vermutet, dass die aufgedunsenen Hinterleiber der Verendeten besonders attraktiv und damit anziehend wirken.

Eine andere Erklärung liefert ein Team um Andreas Naundrup Hansen von der Universität von Kopenhagen in einer Vorabstudie. Demnach hat ein perfider Pilz seine Finger im Spiel: Entomophthora muscae, der auch als Fliegentöter bekannt ist.

Die dänischen Forschenden wiesen nach, dass der Pilz, nachdem er die weiblichen Stubenfliegen befallen hat, eine Art Aphrodisiakum absondert: eine chemische Verbindung, sogenannte methylverzweigte Alkane, denen die Männchen nicht widerstehen können. Sie stürzen sich auf die infizierten Weibchen und gabeln so ihrerseits den Pilz auf. So tragen sie zu dessen Verbreitung bei, bevor sie ihm selbst zum Opfer fallen. Denn sobald E. muscae einen Wirt gefunden hat, dringt er in das Aussenskelett ein, saugt die Körperflüssigkeit aus und bildet massenhaft Sporen. Innerhalb von fünf bis sieben Tagen stirbt der Wirt.

Die Erkenntnis aus Dänemark kann auch für den Menschen relevant werden, wie Spektrum.de schreibt. So könnte die flüchtige Substanz dereinst auch als Lockstoff für bessere Stubenfliegenfallen eingesetzt werden.

Berlin Ernachrichten