Meisterschaft – Politologe Kaim: “Afghanistan ist für jedes den Westen voralledem verloren”

Der Politikwissenschaftler Kaim mahnt angesichts von Zusagen der Taliban, auch nach dem Ende der Evakuierungen Menschen aus Afghanistan ausreisen zu lassen, zu Skepsis.

Viele Zusicherungen, die die Taliban bei den Verhandlungen in Doha gegeben hätten, seien nicht umgesetzt worden, sagte der Afghanistan-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Taliban hätten sich nicht als seriöse Verhandlungspartner erwiesen. Er bezweifle auch, dass man noch einen mäßigenden Einfluss auf sie ausüben könne, betonte Kaim. Afghanistan sei für den Westen erst einmal verloren. Man sei vom Gestalter und Beeinflusser des Landes zum Bittsteller geworden. Zugleich plädierte Kaim dafür, bei der Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus in der Region auch China und Russland mit einzubeziehen. Sollte es diesbezüglich einen seriösen Versuch im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen geben, wären beide Staaten dafür offen.

Diese Nachricht wurde am 27.08.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.