Mehr Wissenschaft zu Long Covid in NRW – Rheinland – Nachrichtensendung

Zu dem interdisziplinären Netzwerk zählen neben Düsseldorf die weiteren NRW-Unikliniken in Bonn, Aachen, Köln, Münster und Essen.

Sie wollen gemeinsam unter dem Projekttitel “Beyond Covid” eine Untersuchungsgruppe von zweitausend früheren Corona-Patienten aufbauen. Diese wollen die Forscher mindestens drei Jahre lang nach ihrer Genesung beobachten.

Risikofaktoren für Long Covid ermitteln

Die Mediziner wollen durch das neue Projekt herausfinden, welche Merkmale einen Long-Covid-Verlauf wie beeinflussen. Bislang können mögliche Risikofaktoren nicht klar definiert werden, mehr als 200 verschiedene Symptome können zum Krankheitsbild von Corona gehören. Dabei wächst die Zahl derer, die nach ihrer Genesung mit Spätfolgen zu kämpfen haben, stetig.

“Bisherige Studien zeigen, dass mindestens zehn Prozent der Genesenen mit mildem Verlauf später Symptome zeigen, bei Betroffenen mit schwerem Verlauf ist es fast jeder zweite”, sagt Tom Lüdde, Direktor der Klinik für Infektiologie an der Düsseldorfer Uniklinik.

Ambulanzen an ihren Kapazitätsgrenzen

Die seit vergangenem Jahr bestehenden Long-Covid-Ambulanzen an den Unikliniken Düsseldorf und Köln verzeichnen immer mehr Anfragen. Pro Woche käme inzwischen eine mittlere zweistellige Zahl an Patienten. Durch die vielfältigen Symptome ist eine ärztliche Prognose sehr zeitaufwändig. Das neue Verbundprojekt “Beyond Covid” bringt dafür jetzt zusätzliche Stellen.

“Wir hören uns die Beschwerden der Menschen an und veranlassen dann je nach Symptomen weitere Untersuchungen”, erklärt Björn Jensen, der die Düsseldorfer Long-Covid-Ambulanz koordiniert. Es gebe aber noch keine etablierten Therapien für Betroffene. Die könnten jedoch am Ende des neuen Projekts stehen, mit dem die Long-Covid-Forschung nun deutlich vertieft werden soll.

Das standortgreifende Forschungsprojekt wird von der Landesregierung mit 4,6 Millionen Euro gefördert.