Meghan und Harry: Buckingham-Palast nimmt Vorwürfe sehr humorlos – Unterhaltung

Ausdrücklich kritisierte Harry auch, dass keines seiner Familienmitglieder sich gegen “koloniale Untertöne” in Berichten der britischen Boulevardpresse gewandt habe. Vor allem dieser Vorwurf dürfte der stets um den Commonwealth bemühten Queen Sorgen bereitet haben. Sie steht an der Spitze des losen Staatenverbunds, dem 54 Länder angehören. Die meisten davon waren früher Teil des britischen Empires. In 16 dieser Länder ist die Queen auch Staatsoberhaupt.

Ausgerechnet am Montag hatte der Palast den “Commonwealth Day” mit einer aufgezeichneten Ansprache der Queen noch feierlich begangen. Von Wertschätzung war die Rede. Die Vorwürfe von Meghan und Harry dürften in einigen Ländern nun Zweifel daran geweckt haben, ob die Royals das tatsächlich ernst meinen.

Der ehemalige australische Premierminister Malcom Turnbull sah sich durch das Interview in seiner Forderung nach einem Ende der Monarchie in seinem Land bestärkt. Wenn die Queen einmal nicht mehr auf dem Thron sitzen werde, müsse man darüber nachdenken, ob der König oder die Königin Großbritanniens automatisch das Staatsoberhaupt Australiens sein solle, sagte er dem Fernsehsender ABC TV.

Meghans Vater Thomas Markle verteidigte die Royals gegen den Rassismusvorwurf. “Ich habe großen Respekt für die Royals, und ich denke überhaupt nicht, dass die britische royale Familie rassistisch ist”, sagte Markle dem britischen Sender ITV am Dienstagmorgen. Meghans Beziehung zu ihrem Vater gilt als zerrüttet und mündete sogar in einen Rechtsstreit, in dem es um private Briefe ging, die gegen ihren Willen veröffentlicht wurden.

“Ich vermute und hoffe, dass es nur eine dumme Frage von jemandem war”, sagte der 76-jährige Thomas Markle. “Es könnte einfach so sein, dass jemand einfach eine blöde Frage gestellt hat, statt ein totaler Rassist zu sein.” Der US-Amerikaner selbst ist weiß, Meghans Mutter ist schwarz. Der Vater bot seiner Tochter Meghan und Harry in seinem ITV-Interview an, den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen und sich zu treffen. Wenn er vor dem Paar direkt höre, werde er auch aufhören, mit den Medien zu sprechen, kündigte Markle an.

Das Thema hatte die Schlagzeilen fast aller Zeitungen in Großbritannien am Dienstag dominiert. “Was haben sie getan?”, titelte beispielsweise die “Daily Mail” zu einem Bild Meghans und Harrys. “Schlimmste royale Krise in 85 Jahren”, hieß es auf der Titelseite des “Daily Mirror”. Der “Guardian” bezeichnete die Rassismusvorwürfe als “vernichtend” und der “Daily Express” titelte: “So traurig, dass es so weit gekommen ist.”

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