Medienkonsum von Jugendlichen – Mädchen setzen die Trends in den sozialen Medien – News

  • Die James-Studie zeigt: Bei den sozialen Netzwerken setzen die Mädchen die Trends.
  • Jungen gamen dafür häufiger – besonders beliebt sind Gratis-Games.
  • Die Befragung wird alle zwei Jahren von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Swisscom durchgeführt.

Soziale Netzwerke wie TikTok oder Pinterest werden laut der James-Studie von Mädchen früher genutzt als von Buben – dieser Trend ist aber nicht ganz neu und zeigte sich bereits bei Instagram.

Dies zeigt die aktuelle James-Studie, für die alle zwei Jahre rund 1000 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Swisscom befragt werden.

Whatsapp wird von den Jugendlichen laut der Studie am meisten genutzt. Dahinter folgen Instagram und Snapchat. Stark zugenommen hat die Nutzung von TikTok. Rund zwei Drittel der Jugendlichen sind regelmässig auf TikTok – vor vier Jahren waren es noch acht Prozent. Was aber die Beliebtheit angeht, so steht Instagram auf dem ersten Platz, gefolgt von TikTok und Whatsapp.

Bei Freundschaften gilt Qualität vor Quantität

Abseits der digitalen Welt zeigt sich, dass die Anzahl Freundschaften bei Jugendlichen abgenommen hat. Haben sich Jugendliche 2012 noch mit sieben Freundinnen oder Freunden regelmässig getroffen – sind es 2022 noch fünf.

Sind die jungen Erwachsenen alleine, beschäftigen sie sich am liebsten mit audiovisuellen Medien. Häufig genannt werden Fernsehen, Filme sowie Serien. Einige Befragte nennen dafür spezifisch auch Streamingdienste wie Netflix. Danach kommen sportliche Aktivitäten und Musikhören.

Was machen Jugendliche wenn sie nicht am Handy sind?


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«Freunde treffen» ist bei der Nonmedialen Freizeitbeschäftigung mit 70 Prozent auf Platz eins. Dahinter folgen «Ausruhen und nichts tun» mit 69 Prozent sowie «Sport treiben» mit 66 Prozent.

Wenn die Jugendliche mit ihren Freunden unterwegs sind, unternehmen sie am liebsten gemeinsam Sport, gehen zusammen shoppen oder raus in die Natur. Wobei «nach draussen gehen» an sich, «spazieren gehen» oder «an den See oder Fluss gehen» häufig genannt werden.

Beinahe alle Jugendlichen besitzen ein eigenes Handy und ein Grossteil verfügt über einen eigenen Computer oder Laptop. Hier zeigt sich auch ein deutlicher Altersunterschied: Jugendliche ab 16 Jahren haben deutlich häufiger einen eigenen Computer oder Laptop (93 Prozent) als die jüngeren Altersgruppen.

Bei den 14- bis 15-Jährigen sind es 65 Prozent und bei den 12- bis 13-Jährigen 57 Prozent. Jungen besitzen zudem mehr eigene Geräte als Mädchen. Dies hat auch mit dem vermehrten Gamekonsum der Jungen zu tun.

Handy dient nicht nur zur Kommunikation

Doch wofür nutzen die Jugendlichen ihr Handy? Die James-Studie zeigt, dass das Smartphone vor allem zur Kommunikation genutzt wird. 95 Prozent der Jugendlichen benutzen ihr Handy zum Chatten über Messenger wie Whatsapp. Danach dient das Smartphone den Jugendlichen als Uhr (93 Prozent) und zum Musik hören (92 Prozent).

Ein Grossteil der Heranwachsenden besitzt ein Medienabonnement. 47 Prozent besitzen ein Musik-Streaming-Abo wie etwa Spotify und 43 Prozent haben Zugang zu einem Film- und Serien-Streaming Abo. Danach kommen Game-Abonnemente mit 21 Prozent. Nur fünf Prozent besitzen ein Abo für eine Zeitschrift.

Das Smartphone ist und bleibt also das wichtigste Gerät für die Jugendlichen. Die 12- bis 19-Jährigen nutzen ihr Handy an einem Wochentag für drei Stunden. Und an einem Tag am Wochenende für vier Stunden und 15 Minuten.

Sexuelle Belästigung und Cybermobbing bleiben ein Problem

Während der Schutz der eigenen Privatsphäre stetig abnimmt, nehmen negative Erlebnisse wie Cybermobbing und sexuelle Belästigung laut der Studie zu. Knapp die Hälfte der Befragten wurde schon einmal online von einer fremden Person mit unerwünschten sexuellen Absichten angesprochen.

38 Prozent haben zudem erlebt, wie Falsches oder Beleidigendes über sie in Chats verbreitet wurde. Wenn es darum geht, erotische Fotos zu verschicken, haben dies 47 Prozent der Mädchen schon einmal erlebt. Im Gegensatz zu den Jungen mit 20 Prozent.