Kreisintegrationspreis in Stutensee vergeben

3.000 Euro Gesamtpreisgeld

Am Montag wurde in Stutensee der Kreisintegrationspreis verliehen. Es war die inzwischen fünfte Verleihung des Preises, der in drei Kategorien vergeben wird und mit insgesamt 3.000 Euro dotiert ist. 30 Bewerbungen gab es.

Einsatz für Integration: Einzelpersonen, Gruppen und Gemeinden wurde in Stutensee mit Kreisintegrationspreisen bedacht. Bei der Veranstaltung galt die 2G-Regelung.

Foto: Klaus Müller

von Klaus Müller

vor einer Stunde


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Rund 443.000 Menschen leben im Landkreis Karlsruhe. 28 Prozent davon haben einen Migrationshintergrund. Viele von ihnen sind integriert, leben seit Jahr und Tag in der Region. Dass Integration kein Selbstläufer sei, bemerkte dazu Landrat Christoph Schnaudigel (CDU). Gelegenheit, sich des Themas Integration, dessen Aufgaben, Ziele und Umsetzung zu widmen, bot am Montagabend in Stutensee die Verleihung des Kreisintegrationspreises. Und dies in Hochzeiten von Corona analog unter Beachtung der 2G-Regel.

Es war die inzwischen fünfte Verleihung des Preises, der in drei Kategorien vergeben wird und mit insgesamt 3.000 Euro dotiert ist. 30 Bewerbungen, so viele wie noch nie zuvor, gingen bei der Jury ein. Kreisräte, Vertreter der Kirchen, der Wirtschaft, der Wohlfahrtsverbände, von interkulturellen Vereinen und der Kreisverwaltung gehörten der Jury an.

Integration, sagte Schnaudigel, werde längst nicht mehr nur in Verbindung mit „Flucht und Asyl“ gesehen. Vielmehr gehe es um „die gleichberechtigte Teilnahme aller Migrantinnen und Migranten am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben“. Integration sei kein Selbstläufer, sie erfordere große Anstrengungen.

Integrationsarbeit bedeutet nicht nur die Arbeit für Migranten und Flüchtlinge, sondern die Arbeit mit ihnen.

Martin Reppenhagen, evangelischer Dekan

Es müsse ein Klima für die Zukunft aller geschaffen werden, befand ergänzend in ihrem Grußwort die Oberbürgermeisterin von Stutensee, Petra Becker. „Integrationsarbeit bedeutet nicht nur die Arbeit für Migranten und Flüchtlinge, sondern die Arbeit mit ihnen“, betonte der evangelische Dekan Martin Reppenhagen, der im Wechsel mit Schnaudigel die Würdigung der Preisträger vornahm.

Einen wichtigen Part, und darüber herrschte Einigkeit in der gut besuchten Blankenlocher Festhalle, damit Integration gelingt, übernehmen Ehrenamtliche, darunter immer mehr Menschen, die selbst einen Migrationshintergrund haben. Es gehe hierbei auch um das Zusammenspiel von Kommunen, Initiativen, Vereinen, Organisationen und Ehrenamtlichen.

Die Preisträger in diesem Jahr sind:

Kategorie I, innovative und beispielhafte Integrationsarbeit.

Erster Preis (1.500 Euro): Shikh Almakkarah aus Oberderdingen. Er zeige große Bereitschaft, den Menschen in seiner Umgebung zu helfen, die seine Hilfe dringend benötigten, heißt es in der Laudatio.

Zweiter Preis (1.000 Euro): Grana Nawabi aus Bad Schönborn. Seit vielen Jahre kümmere sie sich um Menschen, denen es ähnlich ergehe wie ihr damals.

Dritter Preis (500 Euro): Uschi Hötzer aus Sulzfeld. „Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit man ihre Hilfe braucht – sie ist da“, sagte Laudator Schnaudigel.

Kategorie II, gute, gesamtheitliche Integrationsarbeit.

Erster Preis: Projekt E-LEV, Caritasverband Ettlingen. Auf intensive Netzwerkarbeit setzt das Projekt „lokal, interkulturell, vernetzt“. Mit von der Partie sind über 15 Kooperationspartner.

Zweiter Preis: Projekt Emoji, Diakonisches Werk, Beratungsstelle Bretten. Familien mit Flucht- und Migrationshintergrund wird der Zugang zu psychologischen Beratungsstellen erleichtert.

Dritter Preis: Freundeskreis Asyl Karlsruhe. Ziel ist es, Frauen mit Kindern, den Besuch zum Beispiel von Sprachkursen zu erleichtern.

Kategorie III, Integrative kommunale Gesamtkonzepte.

Erster Preis: Hardt-Connection, ein Zusammenschluss von Dettenheim, Linkenheim-Hochstetten, Graben-Neudorf und Eggenstein-Leopoldshafen, um Ressourcen zu bündeln und Doppelstrukturen zu vermeiden.

Zweiter Preis: Ettlingen, K26 Kleiderladen. Wärme schenken lautet das Motto der Aktion.

Dritter Preis: Gemeinde Forst, ehrenamtliches Job-Coaching, einschließlich der Vermittlung von Praktika und Arbeit.

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