Klinik setzt neue Technologie gegen Horror Star ein

16. Dezember 2021 um 05:15 Uhr


Augenklinik in Düsseldorf
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Martinus-Hospital setzt neue Technologie gegen Grauen Star ein

 Chefarzt Randolf Widder und Eva Maria Wiatr (medizinische Fachangestellte) beim Ausprobieren des neuen Geräts.


Chefarzt Randolf Widder und Eva Maria Wiatr (medizinische Fachangestellte) beim Ausprobieren des neuen Geräts.
Foto: Martinus-Krankenhaus

Düsseldorf Mit der ultraschallunterstützten Lasertechnologie ist es den Experten jetzt möglich, wichtige Messungen schmerzfrei und kontaktlos durchzuführen. Das neue Behandlungsgerät ist auch besonders präzise.


Wenn die Augenlinse sich zu trüben beginnt, leidet die Lebensqualität schnell. Der Graue Star ist in einer alternden Gesellschaft auf dem Vormarsch, trifft er meist doch Menschen ab 60 Jahren. Das zeigt sich auch bei der Zahl der Behandlungen: Mit bis zu 800.000 Operationen gehört die Behandlung laut dem Berufsverband für Augenärzte zu den häufigsten operativen Eingriffen in Deutschland.

An der Augenklinik des St. Martinus-Krankenhauses geht man dabei nun neue Wege. Mit einer Spende des Vereins zur Förderung der Augenheilkunde in Düsseldorf in Höhe von 55.000 Euro konnte ein besonderes Behandlungsgerät angeschafft werden, das nun bei ambulanten und stationären Operationen eingesetzt wird: der IOL Master 700 der Firma Zeiss. Bei den Eingriffen wird die getrübte Augenlinse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Dabei wird die natürliche Linse nach Öffnung eines kleinen Schnitts von weniger als drei Millimetern mittels Ultraschall-Energie zerkleinert und abgesaugt. Die hauchdünne Kapsel der Linse verbleibt im Auge und in diese wird anschließend eine individuelle Kunstlinse eingesetzt.

Entscheidend für den Erfolg der OP ist dabei nicht zuletzt die richtige Wahl der Stärke der Kunstlinse. Diese wird für jedes Auge entsprechend seiner Sehstärke individuell berechnet, so dass der Patient danach im Idealfall in der Ferne oder Nähe auch ohne Hilfe einer Brille gut sehen kann. Die Berechnung erfolgt über spezielle Formeln durch die Messung der Krümmung der Hornhaut, also der „Frontscheibe“ des Auges, sowie der Länge des Auges. Durch Erfassen dieser beiden Werte ist es möglich, die Stärke der Linse präzise auf die Bedürfnisse des Patienten abzustimmen.

Und dabei kommt das neue Behandlungsgerät zum Einsatz: Es führt diese Messungen schmerzfrei und kontaktlos in einem Arbeitsgang durch. Dank der ultraschallunterstützten Lasertechnologie ist es eines der präzisesten Messinstrumente, die es dafür gibt. Selbst bei schwierigeren Ausgangssituationen, wie einer dichten Linsentrübung, einer Trübung der Linsenrückfläche oder Unregelmäßigkeiten der Hornhautvorder- und -rückfläche können nun deutlich zuverlässigere Messergebnisse ermittelt werden. Nur Bruchteile eines Millimeters können über eine richtige oder falsche Linsenstärke entscheiden.


Dadurch wird deutlich, wie die Anschaffung den Patienten zugute kommt. „Der neue IOL Master befindet sich bei uns nun bereits im täglichen klinischen Einsatz und ist schon jetzt aus der Augenklinik des St. Martinus-Krankenhauses nicht mehr wegzudenken”, sagt Randolf Widder, Chefarzt am Bilker Krankenhaus für den vorderen Augenabschnitt.