Industrie- und Handelskammer-Umfrage: So geht es jener Wirtschaft im Lockdown

Gelsenkirchen. 
Die Industrie und Handelskammer hat eine Konjunkturumfrage gemacht. So geht es der Wirtschaft in der Region im Lockdown.

Unter dem Strich geht es der Industrie in weiten Teilen trotz der anhaltenden Corona-Pandemie verhältnismäßig gut. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. In manchen Branchen allerdings wird die Luft immer dünner – mangels immer noch ausbleibender Staatshilfen.

Die meisten Unternehmer sprechen nach Angaben von IHK-Hauptgeschäftsführer Fritz Jaeckel von einer „befriedigenden Geschäftslage“. Die größten Einbrüche verzeichnet der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen, während weite Teile der Industrie und der Bauwirtschaft als Stabilitätsanker agieren.

IHK: Gastronomen brauchen Öffnungs- und Überlebensstrategie

Laut IHK sind in den Innenstädten die Umsätze für Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren um 40 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig gab es einen Zuwachs im Online-Handel um 31 Prozent, die Sparte Bau- und Heimwerkerbedarf zählt beispielsweise zu den Profiteuren der Krise.

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Von den Gastronomen ist zu hören: Wenn nicht innerhalb der nächsten vier Wochen eine Öffnung stattfindet, wird es für viele Betriebe immer auswegloser. Sie bräuchten nicht nur eine Öffnungs-, sondern mittlerweile schon eine Überlebensstrategie. Die Umsatzausfälle addieren sich hier Schätzungen zufolge auf etwa 35 bis 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019.

Konjunktur-Indikator liegt jetzt im langjährigen Durchschnitt

Zwei Drittel der befragten Betriebe können die Folgen der Corona-Pandemie noch aus eigener finanzieller Kraft stemmen und temporäre Verluste ausgleichen. „Doch das Polster wird dünner“, sagte Jaeckel. Über zehn Prozent der Betriebe berichteten über akute Liquiditätsprobleme, jeder fünfte Betrieb über einen gefährlichen Rückgang des Eigenkapitals.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lage und Erwartungen der Unternehmen in einem Wert zusammenfasst, stieg von zuletzt 99 Punkten im Spätsommer auf 113 und liegt damit exakt im langjährigen Durchschnitt. Nur 14 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Geschäftslage als schlecht, 35 Prozent bewerten sie als gut, für fast genau die Hälfte ist sie zufriedenstellend.

Jaeckel daher: „Es ist also nicht so, dass die Wirtschaft komplett am Boden liegt.“ Doch: „Corona spaltet die Wirtschaft“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer zusammenfassend.

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