Impfen in Betrieben: Wirtschaft fordert mehr Zeitmaß

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Auswahl der Unternehmen nach bestimmten Kriterien

Gemeinsam mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hat das Bayerische Gesundheitsministerium Betriebe in Hochinzidenzgebieten ausgewählt. Jeder Regierungsbezirk wurde berücksichtigt. Verschiedene Branchen wurden einbezogen. Zudem sei auf die bestmögliche Ausschöpfung der für die Modellprojekte verfügbaren Impfdosen geachtet worden, heißt es aus dem Bayerischen Gesundheitsministerium.

“Genau wie die Einbindung der niedergelassenen Ärzte sollen die Betriebsärzte dem Impfen einen weiteren Schub verleihen und das Tempo erhöhen.” Zitat Bayerisches Gesundheitsministerium

Impfen in Unternehmen – Abläufe sollen verbessert werden

Man wolle mit dem Projekt “Impfallianz” schauen, wie man in den Betrieben Abläufe optimieren könne, sagt der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt. Über 470 Firmen wollten an dem Projekt teilnehmen, nur zehn sind dabei, denn der Impfstoff ist rar. Insgesamt 50.000 Impfdosen sollen die zehn Betriebe in den kommenden Wochen erhalten. Im Mai sollen in einer zweiten Stufe 17 weitere Modellbetriebe mit betriebsärztlichen Impfungen beginnen, schreibt das Gesundheitsministerium. Mit den gewonnenen Erkenntnissen erhofft man sich, dass der Start in den Regelbetrieb erleichtert wird. Dieser ist für Juni geplant.

Mehr Tempo beim Impfen in Betrieben gefordert

Während vergangene Woche laut Ministerium 2.088 Impfdosen an die Betriebe geliefert wurden, sind es diese Woche bereits 4.284. Bertram Brossardt fordert nun mehr Tempo. Erst kürzlich hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, dass ab dem 7. Juni pro Woche bundesweit mindestens 500.000 Impfdosen an die Unternehmen geliefert werden sollen. Das sei zu spät und zu wenig, sagt Bertram Brossardt. Er fordere den Bundesgesundheitsminister auf, das zügig zu machen. Schneller als er das nun angekündigt habe.

SPD: Mehr Jugendliche müssen geimpft werden

Ruth Waldmann, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion begrüßt das Impfen in Betrieben grundsätzlich. Aus ihrer Sicht sei es aber wichtiger, Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren zu immunisieren. Hier seien die Infektionszahlen derzeit besonders hoch.

So solle die Impfallianz zunächst eine dringend notwendige Sonderimpfkampagne für Jugendliche ab 16 Jahren unterstützen. Und zwar indem Unternehmen, die an dem Modellprojekt teilnehmen, zum Beispiel junge Beschäftige impfen. Zudem sollten laut Ruth Waldmann auch Jugendliche geimpft werden, die nicht in der Firma beschäftigt sind. Die SPD-Politikerin fordert, dass auch die kleineren und mittleren Betriebe beteiligt werden und nicht das Nachsehen haben, weil über keinen eigenen Betriebsärzte verfügen.

Erste Erfahrungen sind positiv

Die Erfahrungen in den Fränkischen Rohrwerken sind positiv. Bis Ende der Woche könnten alle Impfwilligen des Unternehmens eine Erstimpfung erhalten. Viele wollten sich impfen lassen und würden sich über das Angebot freuen, heißt es vom Unternehmen.