Ilvesheim: Dieses “Top Dog”-Team ist publiziert wie ein “bunter Hund” – News aus jener Metropolregion Rhein-Neckar

Alex Nicht mit seinen sportlichen Hunden „Murphy“ (links) und „Mojito“. Foto: Pilz

Von Nicoline Pilz

Ilvesheim/Rhein-Neckar. “Supi von Buschi” steht auf dem nagelneuen Lederhalsband von Border Collie “Mojito”. Es passt zum blauen T-Shirt seines Herrchens Alex Nicht, auf dessen Vorderseite eine Bildercollage von ihm und seinem Hund ein Blickfang ist. Auf der Rückseite sind fein säuberlich alle sportlichen Erfolge gelistet, die das Duo bislang erzielt hat. Und das sind viele. Bereits im Alter von zwei Jahren holte Mojito seinen ersten Titel, danach ging es nahtlos weiter.

Der kluge Hund und sein Herrchen aus dem Rhein-Neckar-Raum sind auf Basis dieser Leistungen Teil der RTL-Fernsehsendung “Top Dog Germany”. Ein Format, das aus den USA stammt, dort aber eher auf Diensthunde zielt, hierzulande indes “familienfreundlicher” verpackt ist. Kommentiert und moderiert wird die Sendung, die seit 23. Juli immer freitagabends um 20.15 Uhr auf RTL läuft, von Frank Buschmann, Jan Köppen und Laura Wontorra. Das Trio ist durch zahlreiche Sportsendungen und RTL-Shows bekannt, unter anderem auch durch “Ninja Warrior”. Und alle drei Moderatoren haben unterschrieben auf Mojitos neuem blauen Halsband, das eine Freundin von Alex Nicht eigens für den Hund gefertigt hat.

Der 39-jährige Sozialarbeiter und Mojito sind nun am 13. August in der fünften Staffel zu sehen, in der die taffen Hunde auf Zeit einen Hindernisparcours überwinden sollen. Alex Nicht spricht nicht nur den Moderatoren ein Lob für ihre sympathische Ausstrahlung und ihre Authentizität aus, sondern auch dem ganzen Team an sich.

Alex Nicht und „Mojito“ trainieren fleißig auf der Anlage des VfH Ilvesheim. Foto: Pilz

Zur Teilnahme kam das Duo über den Deutschen Hundesportverband (DHV), der bei Nicht anfragte, ob er wegen der Corona-Pause nicht Lust hätte, bei “Top Dog Germany” mitzumachen. Angesichts Mojitos vielfältiger Talente eine kluge Wahl. In Sportlerkreisen sind Vierbeiner und Herrchen bekannt wie bunte Hunde. Beide trainieren beim VfH Ilvesheim, der mit Pia Essig und ihrem Wirbelwind “Pebbles” ein weiteres Duo ins Fernsehen entsandte. Alex Nicht und seine Frau waren zuvor einige Jahre auch beim Hundesportverein Edingen aktiv.

Die Teilnahme an der RTL-Sendung nennt er eine “schöne Erfahrung”. Mojito sei ohnehin für alles zu begeistern, und für den neunjährigen Border Collie sei dies ein “richtiges Highlight” nach dem Corona-Jahr mit vielen ausgefallenen Wettbewerben und tolles Ende seiner sportlichen Karriere. Wobei Mojito vor allem im Leistungssport “Agility” in Rente gehen wird. Trainiert wird weiter drei- bis viermal wöchentlich mit dem Schwerpunkt auf Ausdauer und Gesundheitserhalt. Mit “Murphy”, einem dreijährigen Border Collie, sagt Nicht, stehe schon die nächste Generation in den Startlöchern. Eine Rasse, die viel Beschäftigung braucht und für die der 39-Jährige gerne sorgt.

“Auf den Hund” kam er allerdings erst durch seine Frau Tina, als sie sich 2007 kennenlernten. Sie brachte damals zwei Husky-Mischlinge mit in die Beziehung, und der vorher eher hundeängstliche Nicht ließ sich durch sie, die schon seit Kindheitstagen im Turnierhundesport aktiv ist, vom Hundesportvirus infizieren. Bis 2013 trainierte er mit der Boxerhündin “Trixie” seiner Schwägerin und habe dabei viel gelernt, schildert er. Trixies Sturheit habe ihn gelehrt, wie man auf positive Weise einen Hund dazu bringen kann, gestellte Aufgaben zu meistern.

Schon 2012 wollte Alex Nicht seine eigene Lebensweise verändern. Nachdem sein Großvater an Lungenkrebs gestorben war, beschloss er, das Rauchen aufzugeben. Zur Unterstützung wünschte er sich einen vierbeinigen Wegbegleiter, den er nach intensiver Suche bei einem Schäfer der Tiernothilfe Storchenhof bei Dettenheim fand. “Es brauchte viel Überzeugung seitens meiner Frau, bis mir der Schäfer einen seiner Welpen anvertraute”, erzählt Nicht.

Am 24. September 2012 zog Mojito als dritter Hund bei dem Paar ein, und Nicht rauchte seine letzte Zigarette. “Ab da gab es bei jedem Gedanken an eine Zigarette nur noch Spaß und Spiel mit dem Hund zur Ablenkung”, schildert er. Mit nachhaltigem Erfolg. Mojito begleitete sein Herrchen tagsüber in die Hochschule zum Studium und nachts zur Individualbetreuung bei Menschen mit körperlicher Behinderung, die eine 24-Stunden-Assistenz benötigen. “Wenn man 24 Stunden am Tag mit seinem Hund verbringt, bleibt auch viel Zeit für kleine Trainings – und so entwickelte Mojito ganz vielfältige Talente für die unterschiedlichsten Hundesportarten”, erzählt Alex Nicht. Was auch immer sie anfingen, egal ob Turnierhundesport, Agility, Canicross oder Obedience, Mojito war immer gewillt, sein Bestes zu geben.

Auch bei “Top Dog Germany”, wo Deutschlands bester Hund gesucht wird. Insgesamt 75 Vierbeiner nebst Frauchen und Herrchen nehmen teil, um gemeinsam Treppen, Tunnel, Wackelbrücke und Schwimmbecken zu meistern. Selbstständiges Schwimmen war für Mojito neu. Aber nach der gemeisterten Vorauswahl konnten er und sein Herrchen anhand des zugeschickten Aufgabenkatalogs auch noch einmal üben. “Er ist eh ein alter Hase”, sagt Alex Nicht.

Gedreht wurde die Sendung in den Messehallen in Köln, zwei Tage lang mit Trainings- und Wettkampftag. Teams, die sich fürs Finale qualifizierten, reisten ein weiteres Mal an.

Info: “Top Dog Germany”, 13. August, 20.15 Uhr auf RTL.