Homo austriacus strömen vor neuem Lockdown in Einkaufszentren – Wirtschaft –


20.11.2021 14:21


(Akt. 20.11.2021 14:30)


Die Handelsbranche spricht von einem “ganz starken Tag”
©APA/HERBERT NEUBAUER

Schnell noch einkaufen, bevor die Geschäfte wieder zusperren müssen – das haben sich am Samstag, dem letzen Einkaufstag vor dem neuerlichen Corona-Lockdown, viele Menschen in Österreich gedacht. Vor allem in den Shoppingcentern des Landes herrschte bereits am Vormittag ein reges Treiben. Stark war der Andrang in Oberösterreich, wo der Lockdown länger dauern wird als im Rest Österreichs.

In Linz waren in der Landstraße – der Einkaufsstraße in der Innenstadt – extrem viele Passanten unterwegs. Manche Geschäfte platzten quasi aus allen Nähten, sodass etwa ein Durchkommen in den hinteren Bereich eines Buchhändlers mehr oder minder unmöglich schien. Entsprechend lange Schlangen bildeten sich vor den Kassen. Vor allem Weihnachtsdekoration war gefragt, teilweise lockten Räumungsverkäufe mit 50 Prozent Rabatt auf Engel, Christbaumkugeln und Co. Auf dem Linzer Südbahnhofmarkt waren größere, ungeschmückte Adventkränze rasch Mangelware.

Im Auhofcenter im Westen von Wien war schon um 9 Uhr früh, als die meisten Geschäfte aufsperrten, gefühlt mehr los als an anderen Samstagen um diese Uhrzeit. Bei einer Schuhkette etwa probierten mehrere Eltern mit ihren Kindern Winterschuhe an, um gewappnet zu sein, sollte während des Lockdowns der Wintereinbruch kommen. Auch in anderen Geschäften standen zielgerichtete Besorgungen und vorgezogene Weihnachtseinkäufe im Vordergrund. Viel los war auch in den Friseurstudios und etliche Leute trafen sich beim Bäcker auf ein Frühstück. Einige Modeketten warben mit hohen Rabatten.

Nicht nur im Aufhofcenter stauten sich die Autos, auch beim Gewerbepark Stadlau und bei der Zufahrt zum größten Einkaufszentrum Österreich, der Shopping City Süd in Vösendorf, stockte zu Mittag der Verkehr. In Eisenstadt war bei den Fachmarktzentren auch einiges los, aber kein Riesenansturm. In Klagenfurt waren Parkplätze vor einem großen Möbelhaus gegen 11 Uhr bereits Mangelware, auch im nahen Spielwarengeschäft war die Kundenfrequenz hoch, ebenso bei einem Sportartikelhändler. Bei einem Elektrogeschäft das gleiche Bild, dort war fast so viel los wie an einem Einkaufssamstag im Dezember.

Im Gegensatz zu den Shoppingcentern am Stadtrand ging es in der Grazer Innenstadt entspannt zu. “Ich bin richtiggehend mit den Öffis in die Stadt geflüchtet, nachdem ich den Verkehr am Parkplatz von dem Einkaufszentrum da in Liebenau gesehen habe. Hier ist es so entspannt, und Geschenke habe ich ja schon einige beisammen. Man lernt ja aus Lockdowns”, sagte eine Dame am Jakominiplatz zur APA. Das City-Kaufhaus Kastner & Öhler war gut besucht, von Gedränge von Geschenkekäufern vor den drei Wochen erzwungener Schließzeit war aber nichts zu bemerken.

In Westösterreich hat der ab Montag bevorstehende Lockdown ebenfalls zu einer hohen Frequenz der Einkaufszentren geführt. So war etwa Vorarlbergs größtes Einkaufszentrum – der Messepark in Dornbirn – von der Früh weg ausgezeichnet besucht, im Innsbrucker DEZ fing der Tag “mit einer guten Frequenz” an – mit einer weiteren Steigerung wurde am Nachmittag gerechnet. “Man spürt, dass ab Montag wieder Lockdown herrscht”, sagte Messepark-Geschäftsführer Burkhard Dünser.

Dünser sprach gegenüber der APA von “sehr, sehr gutem Besuch, es ist ein ganz starker Tag”. Die Parkplätze waren gegen Mittag zu 96 Prozent besetzt. Nichtsdestotrotz ging der Geschäftsführer von einem noch gesteigerten Andrang am Nachmittag aus. Der Samstagnachmittag ist üblicherweise die beste Einkaufszeit.

Keinen Kundenansturm gab es hingegen bei einem Baumarkt im 17. Wiener Gemeindebezirk am frühen Samstagnachmittag. Ein am Eingang positionierter Securitymitarbeiter hatte nichts zu tun. “Es ist etwas mehr los als an einem normalen Einkaufssamstag”, sagte eine Verkäuferin.

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